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Maudet, Cassis und Moret Bundesratsanwärter stehen in Zug Red und Antwort

Die Anwärter auf die Nachfolge von FDP-Bundesrat Didier Burkhalter beantworteten Fragen aus der Bevölkerung.

FDP-Politiker Pierre Maudet, Ignazio Cassis und Isabelle Moret bei einem Gespräch.
Legende: Gelöste Stimmung bei den drei FDP-Bundesratskandidaten Maudet, Cassis und Moret (von links) vor dem Podium in Zug. Keystone

Montagabend im Parkhotel Zug, mitten in der Stadt: Rund 100 Interessierte sind gekommen, um die Bundesratskandidatin und die -kandidaten kennenzulernen und sie auszufragen: Ignazio Cassis (56, Nationalrat Kanton Tessin), Isabelle Moret (46, Nationalrätin Kanton Waadt) und Pierre Maudet (39, Regierungsrat Genf). Es kommen Fragen über ihre Interessenbindungen, ihre persönlichen Stärken oder ihren Führungsstil. Aber auch zu sachpolitischen Themen, wie den steigenden Gesundheitskosten oder zum Verhältnis der Schweiz zur EU.

Die Quotenfrage und das Prozedere

Cassis, Moret und Maudet antworteten von Anfang an unverblümt, klar und teils mit einer persönlichen Note. So stellte Ignazio Cassis beispielsweise gleich zu Beginn klar: «Der Kanton Tessin hat nicht mehr Anrecht auf einen Bundesratssitz als etwa Schwyz oder Schaffhausen. Sondern es ist ein Sprachgebiet, das Anrecht auf einen Bundesrat hat. Und vergessen Sie nicht: Die Italienisch-Sprachigen machen über acht Prozent der Schweizer Bevölkerung aus.»

Genau diesen Punkt bewerteten einige Besucherinnen und Besucher des Podiums in Zug anders. «Die lateinische Schweiz ist jetzt schon übervertreten im Bundesrat», war eine der Aussagen. Andere kritisierten das Prozedere, mit dem die Parteileitung auf Kandidatensuche ging. Diese rief die Kantonalparteien nämlich explizit dazu auf, vor allem valable Kandidatinnen und Kandidaten aus der West- und der Südschweiz zu melden. Dies bewerteten Podiumsbesucher als zu starke Einschränkung und Bevorzugung einzelner Kantone.

Mit Humor und Persönlichem

Neben den ernsteren Themen liessen sich Maudet, Moret und Cassis auch über ihre Erfahrungen mit den Medien aus. «Ich war schon sehr überrascht, dass mein Sofa plötzlich so eine Welle von Reaktionen auslöst», sagte etwa Ignazio Cassis und spielte auf die kritischen und belustigenden Reaktionen auf einen Bericht, jüngst in der Zeitung Blick an. Isabelle Moret doppelte lachend nach: «Ich habe ein Interview auf einem grünen Pedalo gegeben und weiss nicht, ob das besser ist.»

Am Ende gaben die Besucherinnen und Besucher des Zuger Podiums Ignazio Cassis und Pierre Maudet die besten Noten. Allerdings seien alle drei valable Kandidaten, so der Tenor. Gelobt wurden vor allem deren «authentisches Auftreten» sowie ihre «Dossier-Kenntnisse».

«Roadshow» geht weiter

Nach Angaben der FDP ist das Vorgehen, eine Veranstaltungsreihe mit den Kandidierenden durchzuführen, nicht neu (weitere, öffentliche Podien finden diese Woche in Basel und Freiburg, Link öffnet in einem neuen Fenster statt). Bereits vor der Wahl von Didier Burkhalter und Johann Schneider-Ammann habe es solche Anlässe gegeben.

Als nächstes wird die FDP-Fraktion an ihrer Sitzung vom 1. September entscheiden, wie viele und welche Kandidaten sie der Bundesversammlung vorschlägt. Die Bundesratswahl findet voraussichtlich am 20. September statt.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Die FDP nach Lösungen gegen die steigenden Gesundheitskosten zu fragen ist schon fast zynisch, wenn nicht ein schlechter Witz! So wie die FDP ihre Kandidaten ausgesucht hat, sieht es sehr nach einer Wahl von Ignazio Cassis aus und er wird sicherlich nicht interessiert sein, die Gesundheitskosten zu senken.
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  • Kommentar von P. Gemperle (PGT)
    Sind die Vorwürfe gegenüber Moret vom Kongress der Auslandschweizer-Organisation auch erwähnt worden? So die Absenzen, und ihrer Arbeit im Vorstand: «Ich kann mich erinnern, dass sie zumindest an einer oder vielleicht zwei Sitzungen des Vorstands teilgenommen hat. Aber kaum war sie da, war sie schon wieder weg.» Der Eindruck (so Vorsdtandsmitglied E. Michel) war, dass Moret keine Ahnung hatte, «um was es eigentlich ging», sie habe unvorbereitet gewirkt Scheinbar überall dabei und nichts leisten
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