Chefredaktor der «Neuen LZ» verlässt seinen Posten

Der langjährige Chefredaktor der «Neuen Luzerner Zeitung» und ihrer Zentralschweizer Regionalausgaben gibt sein Amt nach 20 Jahren ab. Das NZZ-Mutterhaus baut seine Strukturen um. Die «Neue Luzerner Zeitung» und das «St. Galler Tagblatt» werden künftig von einem gemeinsamen Leiter geführt.

Zeitungen auf einem Tisch.

Bildlegende: Die «Neue Luzerner Zeitung» und das «St. Galler Tagblatt» sollen künftig näher zusammenrücken. Keystone

Dass die «Neue Luzerner Zeitung» und das «St. Galler Tagblatt» in Zukunft enger zusammenarbeiten, war schon länger bekannt. Nun ist klar, dass die beiden Zeitungen, die beide der NZZ-Mediengruppe gehören, einen gemeinsamen publizistischen Leiter erhalten.

Der bisherige stellvertretende Chefredaktor der «NZZ am Sonntag», Pascal Hollenstein, wir die neu geschaffene Position des Leiters der NZZ-Regionalmedien übernehmen. Der 45-jährige Thurgauer wird nicht von Zürich aus führen, sondern in Luzern und St. Gallen je ein Büro haben.

Pascal Hollenstein wird ab Frühling die nationale und internationale Berichterstattung der beiden Zeitungen leiten. Bei der «Neuen Luzerner Zeitung» gibt es aber auch in Zukunft einen regionalen Chef. Dieser kümmert sich um die regionalen Ressorts. Wer Thomas Bornhauser in Luzern ablöst und wann, ist noch nicht bestimmt.

Neues Layout, gemeinsames Redaktionssystem

Thomas Bornhauser wollte sich auf Anfrage von Radio SRF nicht zu seinem Rücktritt äussern. Er und sein Amtskollege in St. Gallen hätten sich aber mit den neuen Strukturen nicht anfreunden können, sagt Jürg Weber, Leiter Regionalmedien bei der NZZ-Mediengruppe.

Entlassungen seien wegen der neuen Struktur bis auf weiteres keine geplant. Die erste Aufgabe von Pascal Hollenstein wird sein, ein gemeinsames Layout einzuführen. Ebenfalls ist ein gemeinsames Redaktionssystem geplant.

Bedenken bei Luzerner Politikern

Der heutige Entscheid heisst: Die Berichterstattung über die nationale Politik, liegt bei der «Neuen Luzerner Zeitung» künftig nicht mehr in Zentralschweizer Händen. Diese Entwicklung mache ihm Sorgen, sagt beispielsweise Louis Schelbert, Luzerner Nationalrat der Grünen: «Die Zentralschweiz wird es allgemein schwieriger haben und die Publizistik in der Region wird an Einfluss verlieren.»

Auch Felix Müri, Luzerner SVP-Nationalrat, sieht dies ähnlich. Die Berichterstattung aus dem Bundeshaus aus Zentralschweizer Sicht, komme bereits heute zu kurz. «Wenn nun jemand die Führung hat, der halb in Luzern und halb in St. Gallen ist, schaue ich dies nicht unbedingt als Verstärkung an.»

Diese Bedenken teilt Jürg Weber nicht. «Unser Motto ist, dass wir vor allem auf das Regionale setzen wollen und relevante Personen aus der Region im Blatt haben wollen», sagt der Leiter Regionalmedien bei der NZZ-Gruppe. Dies geschehe bereits heute und werde auch in Zukunft so sein.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr