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Coronavirus Zentralschweiz Trotz schönem Wetter bleiben die Leute mehrheitlich zu Hause

  • Die Rigi-Bahnen wollen ihren Fahrplan ausdünnen, wenn am Wochenende Ausflügler die Bahn benützen. Sie sei nur für Anwohner in Betrieb.
  • Die Stadt Luzern und Brunnen sperren als Vorsichtsmassnahmen beliebte Flanierzonen.
  • Die ersten 50 Millionen der Luzerner Kantonalbank sind bereits ausgeschöpft. Nun stellt die Bank weitere 50 Millionen bereit.
  • Ein Grossteil der Luzerner Volksschulen erfüllt zwar die Richtlinien zum Fernunterricht, doch bleiben Fragen zur nächsten Phase, zu Noten und zur Betreuung.
  • Im Corona-Dossier von SRF finden Sie weitere Informationen zur aktuellen Lage.

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Samstag, 4. April: Die Bevölkerung hält sich meist an die Vorgaben

Der Appell des Bundes, der Kantone und Gemeinden, die Bevölkerung solle entweder daheim bleiben oder wenn sie nach draussen geht, Abstand halten, werden ernst genommen. Auf Anfrage sagt die Urner Polizei, man habe nur noch ein Viertel des Verkehrsaufkommens auf der Autobahn in Richtung Süden, wie normalerweise. Die Leute reisen also nur noch vereinzelt übers Wochenende ins Tessin. Und auch der Aufruf der Rigibahnen, die Leute sollen nicht auf den Berg kommen, wurde erhört. Man habe nur ganz wenige Personen mit der Bahn auf den Berg befördert und diese seien mehrheitlich auf der Rigi wohnhaft, sagt der Rigi-Bahnen-Geschäftsführer Frédéric Füssenich gegenüber SRF News.

Es gibt bis jetzt nur ganz wenige Beanstandungen und die Polizei muss nur vereinzelt Bussen aussprechen.
Autor: Christian BertschiSprecher Luzerner Polizei

Auch bei der Luzerner Polizei zeigt man sich zufrieden mit dem Verhalten der Bevölkerung: «Bis jetzt gab es nur ganz wenige Beanstandungen und vereinzelte Bussen. Sowohl die Sperrung entlang des Seebeckens, als auch die Abstandsregeln werden grossmehrheitlich respektiert. Wir sind extra mit grossem Polizeiaufgebot unterwegs um Kontrollen durchzuführen.»

Freitag, 3. April: Der Gotthardtunnel bleibt geöffnet

Wiederholt bat Bundesrat Alain Berset die Deutschweizer Bevölkerung, keine Auslüge ins Tessin zu unternehmen. Dies würde die Infrastruktur in italienischsprachigen Kanton, der besonders stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen ist, nur noch weiter belasten. Trotzdem werde man den Gotthardtunnel nicht schliessen, meinte der Gesundheitsminister nun an der heutigen Medienkonferenz.

«Das ist unvorstellbar», so Berset, der Tunnel müsse für den Warentransport offen bleiben. Auch die Kantonspolizei Uri will noch keine besonderen Massnahmen ergreifen, um den Verkehr ins Tessin einzudämmen. Die kommenden beiden Tage dienten als eine Art Testlauf fürs Osterwochenende. «Wir beobachten die Lage genau», so Polizeisprecher Gusti Planzer, «je nach dem passen wir danach unser Vorgehen an».

Video
Berset: «Die Schliessung des Gotthard-Tunnels wäre ein katastrophales Signal» (franz.)
Aus News-Clip vom 03.04.2020.
abspielen

Freitag, 3. April: Luzerner Polizei greift auch bei privaten Gartenpartys durch

Grundsätzlich würde die Polizei am Wochenende nicht absichtlich private Grundstücke kontrollieren gehen, meint Christian Bertschi, Mediensprecher der Luzerner Polizei. Wenn den Polizistinnen und Polizisten auf Patrouille jedoch auffalle, dass auf einem Privatgrundstück zu viele Leute auf engem Raum zusammenstünden oder -sässen, «dann greifen wir ein». Das gleiche gelte auch für private Waldhütten oder Skateranlagen. Mehr als fünf Personen an einem Ort, das geht nicht. «Nötigenfalls werden wir auch Bussen verteilen», so Bertschi. Die Patrouillen würden intensiviert.

Freitag, 3. April: Die Rigi Bahnen und Postauto wollen keine Ausflügler

Man habe einen gesetzlichen Auftrag, den Verkehr für die Bewohnerinnen und Bewohner auf der Rigi sicherzustellen, meint Frédéric Füssenich, Chef der Rigi Bahnen. Deshalb verkehrten die Bahnen weiterhin. Trotzdem wolle man keine Ausflügler, die mit der Bahn den Berg hochfahren. «Wenn zu viele Menschen kommen würden, dann müssten wir Konsequenzen ziehen», so Füssenich. Auch Postauto bittet alle, die nicht zwingend auf den öffentlichen Verkehr angewiesen sind, zu Hause zu bleiben, auch wenn in der Zentralschweiz diverse Linien in Ausfluggebiete führen. Wer nach draussen wolle, solle dies in der Nähe seines Wohnorts machen.

Donnerstag, 2. April: Urner Seilbahnbetreiber verzeigt

Im Kanton Uri gibt es so viele Seilbahnen, wie in kaum einem anderen Kanton. Nun ist ein Seilbahnbetreiber verzeigt worden. Er hat entgegen der Coronaverordnung des Bundes wiederholt Touristen befördert. Während Seilbahnen mit Erschliessungsfunktion für Bewohner und Älpler geöffnet sind, ist der Ausflugsverkehr untersagt.

Die Urner Kantonspolizei überprüfte in den vergangenen Tagen die Einhaltung der vom Bundesrat ausgesprochenen Vorgaben. Einen Schwerpunkt legte sie auf den Seilbahnbetrieb, wie der Kantonale Führungsstab am Donnerstag mitteilte.

Während die beförderten Personen nicht zur Rechenschaft gezogen werden, muss der Betreiber mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Donnerstag, 2. April: Luzern und Brunnen sperren Flanierzonen

Die Stadt Luzern sperrt ab Samstag verschiedene öffentliche Räume rund um das Seebecken ab. Gesperrt werden: Der Quai vom Musikpavillon bis zum Lido, der Europaplatz vor dem KKL und das Inseli. Ausserdem werden auf dem Schweizerhofquai rund 30 Sitzbänke abgebaut, um den Anreiz für ein längeres Verweilen zu senken. Ein Teil der Bevölkerung halte sich nicht an die vorgegebenen Regeln (Verbot von Ansammlungen von mehr als fünf Personen und Abstandhalten), begründete die Stadtregierung am Donnerstag die Massnahmen.

Menschen von ausserhalb sollen die Stadt am Wochenende und in den Osterferien meiden. Wer geschäftlich unbedingt nach Luzern kommen müsse, dürfe dies weiterhin tun. Doch wegen des schönen Wetters der nächsten Tage befürchte man unerwünschte Ansammlungen. Darum habe der Stadtrat einschneidende Massnahmen erlassen.

Eine Karte, die gesperrte Bereiche in der Stadt Luzern zeigt.
Legende: Diese Bereiche werden in der Stadt Luzern gesperrt. zvg / Stadt Luzern

Nebst Luzern hat auch die Schwyzer Gemeinde Ingenbohl angekündigt, sie werde an diesem Wochenende die Quaianlage am Vierwaldstättersee in Brunnen sperren. Nicht ganz so weit geht die Obwaldner Gemeinde Sarnen: Sie hat aber zusätzlich einen privaten Sicherheitsdienst für Kontrollen aufgeboten.

Donnerstag, 2. April: Mehr Soforthilfe von Luzerner Kantonalbank

Die Luzerner Kantonalbank (LUKB) hat ihre Soforthilfe für kleine und mittlere Unternehmen um weitere 50 Millionen auf neu 100 Millionen Franken erhöht. Die 50 Millionen, die am 17. März für Überbrückungskredite bereitgestellt worden sind, seien bereits ausgeschöpft, teilte die LUKB am Donnerstag mit.

Die Kredite stehen ausschliesslich für bestehende Kunden der LUKB bereit. Sie werden allerdings nicht wie die Covid-19-Kredite des Bundes zu einem Nullzins sondern zu einem «gegenüber den üblichen Marktkonditionen stark reduzierten Zinssatz» angeboten.

Mittwoch, 1. April: Charles Vincent, sind die Luzerner Schulen im Plan?

Vincent leitet die Dienststelle Volksschulbildung des Kantons Luzern. Jene Stelle also, welche die Vorgaben und Hilfestellungen für den Fernunterricht an die Luzerner Schulen erteilt. «Ein Grossteil der Schulen erfüllt die Richtlinien», sagt Charles Vincent. Dennoch sei Unsicherheit spürbar: «Viele Fragen sich: Wie geht es weiter? Und haben wir genügend Zeit, um die nächste Phase vorzubereiten?»

Diese Fragen kann Vincent nicht beantworten. Er vermutet, dass der Fernunterricht um ein paar weitere Wochen verlängert wird, aber wohl nicht bis zu den Sommerferien.

Was passiert mit Noten?

Auf Noten wird noch bis Ostern verzichtet werden. Doch: «In Zukunft werden gewisse Arbeiten bewertet werden müssen. Das hängt davon ab, wie es nun weitergeht. Je nach Situation wird es auch einen Hinweis auf Fernunterricht in den Zeugnissen geben müssen», so Charles Vincent weiter.

Übertritte geregelt

Bezüglich Übertrittsverfahren von der Primar- in die Sekundarstufe gibt Vincent Entwarnung: 95 Prozent dieser Übertrittsverfahren sind abgeschlossen. Ähnlich sei die Situation auf der 3. Sekundarstufe. Viele hätten die notwendigen Lehrverträge bereits unterschrieben.

Betreuung gewährleistet

«Wir und die Schulen waren überrascht, dass nur ein kleiner Prozentsatz das Betreuungsangebot für Kindergarten- und Primarschulkinder nutzt», sagt Charles Vincent. Während der Osterferien müssen die Schulen die Betreuungsangebote aufrechterhalten. Für Familien, die auf dieses Angebot angewiesen sind.

Mittwoch, 1. April: Drei Firmen mussten Arbeit einstellen

Auf einer Baustelle im Kanton Luzern haben drei Firmen die Vorschriften, welche die Arbeiter vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen sollen, nicht eingehalten. Die kantonale Industrie- und Gewerbeaufsicht hat deswegen die Einstellung der Arbeit verfügt.

Die drei Firmen können die Arbeit wieder aufnehmen, wenn sie die erforderlichen Massnahmen umgesetzt haben, wie es in einer Mitteilung der zuständigen Stelle des Kantons heisst. Weitere Kontrollen würden laufend durchgeführt.

Mittwoch, 1. April: Nidwalder Gemeindeversammlungen sollen im Juni nachgeholt werden

Die Gemeindeversammlungen, die wegen dem Versammlungsverbot nicht stattfinden können, sollen zwischen dem 15. und 30. Juni nachgeholt werden, wie die Nidwaldner Staatskanzlei am Mittwoch mitteilte. Bis zum 30. Juni unzulässig seien Urnenabstimmungen, für die noch keine Versammlung zur Bereinigung der Vorlage stattgefunden habe.

Für fakultative Referenden oder Gegenvorschläge gilt bis zum 31. Mai ein Fristenstillstand. In dieser Zeit dürfen keine Unterschriften gesammelt werden. Vorerst bis am 19. April sind zudem die Auflagefristen bei laufenden Nutzungs- und Sondernutzungsplanungsverfahren eingefroren.

Nicht betroffen ist die öffentliche Auflage von Baugesuchen. Die Wirtschaft habe gerade in der aktuellen Lage ein erhebliches Interesse daran, dass Verfahren nicht weiter verzögert werden, wird Landammann Alfred Bossard in der Mitteilung zitiert.

Mittwoch, 1. April: Drive-in-Tests jetzt auch in Willisau (LU)

Auch in Willisau, im Luzerner Hinterland, gibt es ab heute Mittag ein Drive-in-Zentrum für Corona-Tests. Ein Zentrum also, wo Patientinnen und Patienten nach Zuweisung eines Arztes vorfahren und sich im Auto sitzend testen lassen können.

Die Stadt Willisau hat das neue Zentrum zusammen mit den Hausärzten aus der Region lanciert. Stadtpräsidentin Erna Bieri bestätigt eine entsprechende Meldung der heutigen Ausgabe der Luzerner Zeitung. Wie viele Personen sich künftig im neuen Willisauer Drive-in-Zentrum testen lassen können und werden, kann Bieri noch nicht sagen. Allerdings handle es sich hier aktuell um eine eher kleine Zahl – verglichen mit dem ersten Luzerner Drive-in auf der Allmend in der Stadt Luzern, welches täglich mehrere Dutzend Fälle bearbeiten kann.

«Unser Zentrum wird jeweils nachmittags zwischen 13 Uhr und maximal 14:30 Uhr geöffnet sein. Es sind, je nach Bedarf, stets bis zu zwei Hausärzte für weitergehende Abklärungen auf Platz», so Erna Bieri. Den Abstrich selbst übernehmen Fachleute der Spitex Region Willisau.

Das Drive-in-Zentrum Willisau ist bei der Berufsschule angesiedelt und liegt damit nicht in einem Wohnquartier. Negative Reaktionen aus der Nachbarschaft, wie dies in Luzern der Fall war, habe sie bisher noch keine erhalten, so Stadtpräsidentin Erna Bieri weiter.

Dienstag, 31. März: Tourismusorte raten von Besuch über Ostern ab

«Bleiben Sie jetzt zu Hause!» Dies steht in einer Mail, welche die Einwohnergemeinde Engelberg den Ferienhausbesitzern verschickt hat. Damit ist aber nicht das zweite Daheim in der Ferienwohnung gemeint. Engelberg ruft dazu auf, dass die Ferienhausbesitzer nicht nach Engelberg reisen über Ostern. Das Gesundheitssystem sei auf die 4500 Einwohnerinnen und Einwohner ausgerichtet und könnte bei vielen Covid-19-Erkrankungen überlastet sein. Diese Empfehlung sei mit dem Obwaldner Gesundheitsamt so abgesprochen, sagt der Engelberger Talammann Alex Höchli. «Normalerweise laden wir ein», sagt er. «Wobei es sich hier um keine Ausladung handelt, sondern um einen Hinweis.» Dieser sei auch mit der IG Engelberg, der Interessengemeinschaft der Ferienwohnungsbesitzer, abgesprochen.

In Andermatt hat man hingegen aktuell keine Empfehlung verschickt. Hier halte man sich an die Regeln des kantonalen Führungsstabs, welcher jegliche touristische Aktivitäten reduzieren will. Weitere Weisungen brauche es nicht, sagt Tourismusdirektor Thomas Christen: «Viele unserer über 1000 Ferien- und Zweitwohnungen gehören auch Urnerinnen und Urnern. Ob diese nun ein Wochenende in Altdorf oder Andermatt verbringen, da liegt es nicht an uns, irgendwelche Vorschriften zu erlassen.»

Sörenberg Tourismus hingegen hat alle Ferienhausbesitzer angeschrieben und darauf hingewiesen, man solle jetzt nicht zu ihnen kommen: «Verbieten können wir es aber natürlich nicht», sagt Tourismusdirektorin Carolina Rüegg.

Regionaljournal Zentralschweiz, 01.04.2020, 6:31 / 12:03 / 17:30 Uhr; fiss/sda/huga

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