CVP lässt parteilosen Finanzdirektor Marcel Schwerzmann fallen

Für den zweiten Wahlgang der Luzerner Regierungsratswahlen haben CVP und FDP unterschiedliche Strategien gewählt. Die FDP spricht sich für eine rein bürgerliche und männliche Regierung aus. Die CVP pocht auf die Konkordanz.

Die Empfehlungen der CVP und FDP, deren Regierungsräte bereits im ersten Wahlgang gewählt worden waren, könnten beim zweiten Wahlgang eine entscheidende Rolle spielen.

Bei beiden Mitteparteien waren eine Einbindung der SVP und eine Unterstützung von Paul Winiker unbestritten. Die FDP-Delegierten beschlossen in Willisau mit 179 von 210 Stimmen, neben Winiker auch den parteilosen Schwerzmann den Stimmberechtigten zur Wahl zu empfehlen.

SP-Kandidatin Felicitas Zopfi, eine vehemente Kritikerin der bürgerlichen Tiefsteuerstrategie des Kantons Luzern, kam bei der FDP nicht gut an. Auch der Frauenbonus stach nicht.

«Sonderfall mit Parteilosem beenden»

Auch bei der CVP, die in Sempach tagte, gab es Kritik an Zopfi. Zopfi sei zu links, zu aggressiv und nicht konsensfähig. Das Stimmvolk wolle von dieser Frau nichts wissen, hiess es aus der Versammlung.

Regierungsgebäude des Kantons Luzern.

Bildlegende: Wer im Luzerner Regierungsgebäude künftig regiert, wird am 10. Mai in einem zweiten Wahlgang entschieden. SRF

Trotzdem sprachen sich die CVP-Delegierten mit 184 zu 66 Stimmen und 190 zu 78 Stimmen gegen eine rein bürgerliche Regierung und für die Einbindung der SP aus.

Die Partei machte damit deutlich, dass ihr die Konkordanz wichtig sei, und dass alle grösseren Parteien mitregieren sollten. Der Sonderfall mit einem parteilosen, zudem wenig führungsstarken Regierungsmitglied, sei zu beenden, hiess es.