«Das ist für mich Ehrensache und Balsam für's Gemüt»

Die Herrgottskanoniere sind in der Stadt Luzern seit Jahren fester Bestandteil der Feierlichkeiten an Fronleichnam. Pferde und zahlreiche Männer sorgen dafür, dass die schweren Kanonen heil auf den Gütsch und wieder runter kommen. Einer von ihnen ist Josef Müller, Landwirt aus Ruswil.

Immer am Mittwochabend vor Fronleichnam und am Donnerstagmorgen feuern die Luzerner Herrgottskanoniere auf dem Gütsch ihre Schüsse ab. Rund 20 Pferde bringen die drei Kanonen auf den Hügel. Jede Kanone wiegt etwa 1,2 Tonnen. Gelagert werden die alten Geschütze im Krienser Zeughaus.

Wichtige Vorbereitungen für mehr Sicherheit

Auf ihrem Weg von Kriens, in die Luzerner Altstadt, auf den Gütsch und wieder zurück, haben Pferde und Reiter einige Herausforderungen zu meistern. Zum Beispiel sind die Kurven in der Stadt sehr eng für die Kompositionen.

«Deshalb machen wir jeweils am Mittwochnachmittag Fahrschule mit Rössern und Kanonen», sagt Reiter und Landwirt Josef Müller. Der Ruswiler ist geradezu vernarrt in Pferde: «Ein Ausritt ist Balsam für meine Seele und der Einsatz für die Herrgottskanoniere eine Ehrensache.»

Ein weiterer Knackpunkt ist die steile Strasse am Gütsch. Doch die Männer wissen sich zu helfen. «Die meisten Pferde werden mit Stollen ausgerüstet, damit sie besseren Halt haben und bei einem Stopp besser anfahren könnten.» Bergab werden die lebendigen PS von Traktoren unterstützt. Denn die Holzräder der Kanonen sind nicht mehr ganz rund, was das Bremsen erschwert.

(Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr)