«Das Jubiläum der Schlacht am Morgarten als Chance nutzen»

Über die Schlacht am Morgarten, die sich heuer zum 700. Mal jährt, ist nicht viel bekannt. Ein Wissenschaftssymposium in Goldau brachte keine neuen bahnbrechenden Erkenntnisse. Historiker und Wissenschaftler diskutierten zum Auftakt der 700-Jahrfeiern über ihren Forschungs- und Wissensstand.

«Die Geschichte muss nicht neu geschrieben werden», bilanziert der Historiker und Staatsarchivar des Kantons Schwyz, Valentin Kessler, das Symposium. In Goldau trafen sich am Samstag über 300 Historiker und Wissenschaftler und diskutierten ihre Sicht zur Schlacht am Morgarten.

«Historischer Kitt»

Die Faktenlage ist dünn und die Schlacht am Morgarten, wo Eidgenossen den Habsburger-Herzog Leopold vertrieben, sei ein mässig bedeutendes Ereignis gewesen. «Morgarten wurde erst in den Krisenzeiten des Ersten und Zweiten Weltkriegs hinaufstilisiert», sagt der Historiker Valentin Kessler, Sonntagsgast des Regionaljournals Zentralschweiz von Radio SRF.

Es galt, eine kollektive Identität zu schaffen. Es habe wie eine gute PR-Aktion funktioniert. «Eidgenossen, die mit Steinen und Baumstämmen die Feinde vertrieben - das ist ein historischer Kitt, der bis heute in den Köpfen ist.»

Werte und Identität

Die Feierlichkeiten rund um 700 Jahre Schlacht am Morgarten sei eine Chance. «Die Schlachtfeier können wir nutzen, um zu überdenken, was Identität heute für uns bedeutet und mit welchen Werten wir sie verbinden.» So könne man die Geschichte weiter schreiben, sagt der Historiker Valentin Kessler.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr

700 Jahre Morgarten