Das Leben des Ballonpioniers Spelterini kommt auf die Bühne

Die älteste Theatergruppe der Stadt Luzern zeigt zu ihrem 80. Geburtstag «Spelterini hebt ab», ein Stück des Schweizer Dramatikers Lukas B. Suter. Der Ballonpionier war ein Showman der ersten Stunde, ein Held der Lüfte, scheiterte schliesslich aber grandios.

Ein Ballonkorb schwebt über die Bühne. Darin drei Leute, welche die Aussicht geniessen.

Bildlegende: Getrud (Astrid Bättig), der Dichter (Urs Bättig) und Eduard Spelterini (Norbert Metzler) beim Alpenüberflug. zvg

Eduard Spelterini war ein Held der Lüfte. Ende des 19. Jahrhunderts wurde er in Frankreich zum Luftschiffer brevetiert. Schon bald nahm er in gemieteten Ballons zahlungskräftige Gäste, bald auch Presseleute mit. Damit wuchs sein internationaler Ruhm rasch.

Später begann Eduard Spelterini aus dem Ballon heraus zu fotografieren. Dank seinen kolorierten Glasplatten konnte nun ein breites Publikum die Welt von oben sehen.

Er zeigte seine Bilder an Vorträgen in ganz Europa. Seine Reisen führten ihn weit herum: Nach Ägypten, wo er die berühmten Pyramiden fotografierte, oder nach Südafrika. Seine Bilder werden heute im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern aufbewahrt.

Vom technischen Wandel überrascht

Nach dem ersten Weltkrieg blieben die zahlenden Gäste aus, die Luftfahrttechnik überholte den Ballonfahrer, die Welt hatte sich in rasendem Tempo weitergedreht und den Pionier hinter sich gelassen.

Das Stück der Luzerner Spielleute wird als Theater im Theater erzählt: Eine Schauspieltruppe erzählt die Geschichte Spelterinis auf ihrer Wanderbühne. In variétéartiger Manier und begleitet von einem kleinen Orchester, zeigt sie das schillernde Leben des Eduard Spelterini.