«Das Leben in Südrussland ist hart»

Zum katholischen Feiertag Maria Himmelfahrt hat die Luzerner Organisation «Kirche in Not» den deutschen Bischof Clemens Pickel eingeladen. Er erzählt aus dem Leben in einer krisengeschüttelten Region.

Ein Mann in Priesterhemd steht hinter dem Mikrophon.

Bildlegende: Bischof Clemens Pickel ist seit 16 Jahren in Südrussland. SRF

«Man kann sich gar nicht vorstellen, wie das Leben in Saratow ist. Die Leute sind wirklich sehr arm, zudem haben wir mittlerweile in unserem Bistum über 100'000 Flüchtlinge aus der Krisenregion, um welche Russland und die Ukraine zur Zeit kämpfen. Es ist wirklich hart momentan», sagt Clemens Pickel, Bischof des Bistums St. Clemens.

Clemens Pickel ist seit 16 Jahren Bischof in Südrussland. Sein Bistum ist 36 Mal so gross wie die Schweiz, doch nur gerade 21'000 Katholikinnen und Katholiken leben dort.

Wegen der grossen Distanzen sei die Betreuung der Gläubigen sehr schwer. Ausserdem hätten die Leute auch nicht das Geld, so weit zu reisen und eine der wenigen katholischen Kirchen zu besuchen.

«In Russland ist man Seelsorger rund um die Uhr. Einen geregelten Tagesablauf gibt es nicht. Auch die schwierigen Lebensbedingungen, der viele Alkohol und die psychischen Probleme der oftmals armen Leute machen die Seelsorger-Arbeit schwierig. Aber dafür ist diese Arbeit auch sehr wertvoll», sagt Pickel weiter.

Clemens Pickel hielt während drei Tagen im Kanton Luzern Messen und Vorträge über sein Leben und seine Arbeit in Saratow, auf Einladung der Luzerner Organsiation «Kirche in Not».

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr