«Das Rütli ist kein Ort zum Politisieren, sondern zum Geniessen»

Am Karfreitag startet der neue Pächter Mike McCardell in seine erste Saison auf dem Rütli. Der amerikanisch-schweizerische Doppelbürger setzt ausschliesslich auf Schweizer Produkte. Zudem wolle er auch bei schlechtem Wetter mehr Besucher anlocken, sagt der 36-Jährige.

Der 36-jährige Mike McCardell startet am Karfreitag in seine erste Saison als neuer Pächter auf dem Rütli. Nach langer Vorbereitungszeit freut sich der in Obwalden aufgewachsene McCardell sehr: «Wir wollen die Gästen mit einer traditionellen sowie frechen Küche überzeugen», sagt McCardell im Gespräch gegenüber Radio SRF. Dabei setze man ausschliesslich auf Schweizer Produkte.

Kritik an Schottischen Hochlandrindern auf dem Rütli

Dass mit ihm ein schweizerisch-amerikanischer Doppelbürger das Rütli übernehme, habe vereinzelt zu negativen Reaktionen geführt. Ebenfalls kritisiert wurde, dass McCardell künftig Schottische Hochlandrinder auf dem Rütli weiden lassen will, und nicht wie früher Bündner Grauvieh.

«Der Grund, dass wir diese Tiere hierher bringen, ist, dass wir schon eine Herde mit Schottischen Hochlandrindern haben», sagt Mike McCardell. Er habe damit keineswegs provozieren wollen, finde die Kritik aber auch etwas engstirnig.

Nicht mehr nur reines Ausflugsrestaurant

Sowieso meint McCardell, das Rütli sei kein Ort zum Politisieren. «Das Rütli soll ein Ort für alle sein, wo man Eindrücke sammeln und geniessen kann», sagt der neue Rütli-Pächter. Er wolle nicht alles auf den Kopf stellen. Das Ziel von ihm sei es, wegzukommen vom reinen Ausflugsrestaurant und künftig auch Besucherinnen und Besucher auch bei schlechtem Wetter anzulocken. Neu können sich zum Beispiel geschlossene Gruppen auch abends anmelden.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr

Rütli-Oper erst 2017

Bei der Vorstellung des Rütli-Pächters wurde auch bekannt, dass die Oper «Guillaume Tell» von Gioachino Rossini auf dem Rütli nicht wie geplant im Sommer 2016, sondern erst 2017 aufgeführt wird. Man habe sich entschieden, eine deutsche Übersetzung zu spielen, und dies brauche Zeit, heisst es bei der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft.