Das Schwyzerörgeli im Spagat zwischen «Stubete» und Jazz-Konzert

Das urchige Instrument hat sich seit seiner Erfindung vor über hundert Jahren immer wieder verändert - und stösst damit auch regelmässig vor den Kopf. Der Schwyzer Regisseur Roger Bürgler zeigt mit seinem Dokumentarfilm «Fremdfötzelige Musikanten» die facettenreiche Geschichte des Instruments.

Nach seiner Erfindung hatte das Schwyzerörgeli zunächst einen schweren Stand: Die Musik gilt im 19. Jahrhundert als «fremdfötzelig», weil sie mit Konventionen bricht und traditionelle Instrumente wie das Klavier oder die Geige zu verdrängen droht.

Zuerst Rebellen, dann Pioniere

Das Schwyzerörgeli etablierte sich dann doch in der Volksmusik. Musikanten, die aneckten, gab es aber immer wieder: Seien es die langhaarigen «Schmid-Buebe» in den 1970er Jahren oder heutige Studenten der Volksmusik, welche dem traditionellen Örgeli poppige Klänge entlocken und es mit Instrumenten wie dem Schlagzeug zusammenbringen.

Die Diskussion darüber, wie das Schwyzerörgeli tönen darf, sei nie zu Ende, meint Regisseur Roger Bürgler: «Es gab immer Musikanten, die aneckten und bei denen gewisse Kreise meinten: 'Das kann man doch nicht machen!' - ein, zwei Jahrzehnte später heisst es dann anerkennend: 'Das war ganz verrückt was die gemacht haben!'.»

Bandbreite von «Stubete» bis zum Jazz-Club

Angetrieben hat den Filmemacher und Hobby-Örgeler Bürgler genau diese Vielfältigkeit und Wandelbarkeit des Instruments: «Der Spannungsbogen zwischen einer urchigen Muotathaler «Stubete» bis in einen Jazz-Club ist schon unglaublich! Und jedesmal ist das selbe Instrument dabei. Genau das möchte ich auch dem Filmpublikum näher bringen.»

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr.

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