Definitives Ende für Folienproduzent in Sempach-Station

Die Firma Polyvaris (ehemals Folag) wird aufgelöst. Noch vor wenigen Monaten waren rund 30 Stellen des ursprünglichen Unternehmens in Sempach-Station gerettet worden. Doch jetzt gehen auch diese Arbeitsplätze verloren, weil die einstige Retter-Firma selbst in Schwierigkeiten geraten ist.

Schriftzug des ehemaligen Luzerner Folienherstellers Folag.

Bildlegende: Mehr als 50 Jahre lang prangte der Schriftzug der Folag an den Gebäuden in Sempach-Station (Gemeinde Neuenkirch). Keystone

In Sempach-Station, das zur Luzerner Gemeinde Neuenkirch gehört, werden seit über 50 Jahren Verpackungsfolien produziert. Im letzten September war die Überraschung gross, als die damalige Folag Konkurs anmeldete. Verhandlungen über eine Rettung des gesamten Unternehmens waren gescheitert.

Stattdessen sprang der Ostschweizer Folienproduzent und damalige Konkurrent, die Petroplast Vinora AG, in die Presche: Sie rettete rund ein Drittel, respektive rund 30 der Folag-Arbeitsplätze in Sempach-Station. Dazu kamen knapp 20 Stellen im bernischen Burgdorf. Zu diesem Zweck wurde eine so genannte Auffanggesellschaft gegründet - die Polyvaris.

Übernahme und Verlagerung ins Ausland

In jüngster Zeit geriet auch das Mutterhaus von Polyvaris in Schwierigkeiten: Die Ostschweizer Petroplast Vinora litt mehr und mehr unter dem starken Franken, steigenden Rohstoffpreisen sowie der Konkurrenz aus dem Ausland. Nun wird das Unternehmen an die deutsche Verpackungsfirma Papier-Mettler verkauft.

Sie will die Produkte von Petroplast Vinora künftig in ihren eigenen Werken, unter anderem in Deutschland, herstellen. Die Werke in Andwil (SG), Jona (SG), Burgdorf (BE) und Sempach-Station werden in den kommenden Monaten geschlossen. Insgesamt sind über 200 Arbeitsplätze betroffen.

Noch keine Kündigungen ausgesprochen

Am Mittwoch informierten Benno Schneider, Miteigentümer und Verwaltungsrat der Petroplast Vinora, sowie Christian Krapf, Präsident des Verwaltungsrats die Medien über diese Schritte. Die Belegschaft sei am Dienstag informiert worden. Es sei «die schwierigste Stunde» seiner beruflichen Laufbahn gewesen, sagte Schneider.

Noch sind keine Kündigungen ausgesprochen worden. Bis zum 29. Februar läuft noch das Konsultationsverfahren, während dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Vorschläge zur Verhinderung oder Milderung des Stellenabbaus einreichen können.

Sozialplan angekündigt

Petroplast Vinora wird einen Sozialplan anbieten: Er werde Beratungs- und Weiterbildungsangebote enthalten, sowie einen Fonds für Härtefälle. Der Verwaltungsrat sei auch bereit, mit den Gewerkschaften zusammenzuarbeiten.