Der Kanton Zug scannt Steuerdaten nun doch selber ein

Ursprünglich wollte der Kanton Zug die Steuererklärungen künftig von einer externen Firma einscannen lassen. Das führte im Kantonsparlament zu Kritik. Nun will die Regierung eine verwaltungsinterne Lösung. Das kostet aber mehr.

Auslöser dieser Planänderung waren die Besitzverhältnisse der ausgewählten Scanning-Firma: Es handelte sich um eine Schweizer Firma, die im Besitz eines US-Unternehmens war.

Für eine Mehrheit des Zuger Kantonsrats war dies inakzeptabel. Ein amerikanisches Unternehmen dürfe keinesfalls die sensiblen Zuger Steuerdaten scannen, argumentierte das Parlament. Im Mai dieses Jahres wurde das Projekt deshalb sistiert.

Wie Finanzvorsteher Peter Hegglin im Kantonsrat erklärte, konnte der Kanton Zug mittlerweile definitiv aus dem Vertrag mit der Firma aussteigen. Weil diese bereits Vorarbeiten leistete, Infrastruktur anschaffte und dem Kanton Zug nun bei der Einführung des Selber-Scannens beratend zur Seite stehen soll, muss ihr aber trotzdem noch 1,85 Millionen Franken bezahlt werden.

Zuger Regierungsgebäude.

Bildlegende: Die Zuger Regierung buchstabiert beim Einscannen von Steuererklärungen zurück. Keystone

Pro Jahr wird das Selber-Scannen den Kanton voraussichtlich rund eine Million Franken kosten, wie aus einer Interpellations-Antwort hervorgeht. Das sind etwa 30 Prozent mehr als bei der externen Firma.