Der Rüstungskonzern RUAG schliesst Standort Brunnen

Der Technologie- und Rüstungskonzern RUAG gibt die drei Standorte Brunnen SZ, Hombrechtikon ZH und Mägenwil AG auf. Davon sind insgesamt etwa 160 Arbeitsplätze der Rüstungssparte betroffen, allein in Brunnen rund 110. Alle Betroffenen sollen an anderen RUAG-Standorten weiter arbeiten können.

Video «Rüstungskonzern RUAG schliesst Standort Brunnen» abspielen

Rüstungskonzern RUAG schliesst Standort Brunnen

1:01 min, aus Schweiz aktuell vom 29.1.2015

Die Arbeitsplätze am Standort Brunnen werden im ersten Halbjahr 2017 auf die Regionen Zürich und Thun verteilt. Zusätzlich sollen auch am Standort Emmen für bestimmte Arbeiten Synergien mit der Luftfahrt-Division RUAG Aviation genutzt werden. Etwa ein Drittel der Betroffenen in Brunnen sollen in Thun beschäftigt werden, wie Mediensprecher Jiri Paukert auf Anfrage sagte.

Mit der Standortkonzentration auf die Regionen Zürich und Thun könne die Rüstungssparte RUAG Defence ihre Marktposition stärken und auf die zukünftigen Kundenbedürfnisse im Zuge der Weiterentwicklung der Armee (WEA) schneller und effizienter eingehen.

Die langfristige Planung soll allen Beteiligten die Möglichkeit geben, den Wechsel an die neuen Standorte sorgfältig vorzubereiten. Die Mitarbeitenden, wie auch die Arbeitnehmervertreter seien vorgängig über die Umzüge informiert worden, hiess es weiter. In den nächsten Wochen würden in persönlichen Gesprächen die neuen Möglichkeiten aufgezeigt und das Vorgehen abgesprochen.

Trauriges Ende

Keine Freude am Entscheid der RUAG hat hingegen die Gemeinde Ingenbohl. Mit dem Wegzug aus Brunnen nehme eine lange Tradition ein trauriges Ende, sagt Gemeindepräsident Albert Auf der Maur. Der Gemeinderat habe sich in den letzten Jahren für den Verbleib der RUAG im Dorf eingesetzt.

Dabei stand eine Umlagerung der Arbeitsplätze ins Gebiet Brunnen Nord zur Debatte. Ein entsprechender Vertrag wäre zur Unterschrift bereit gewesen, jetzt habe sich die RUAG anders entschieden. «Bei unserem Vorhaben, neue Arbeitsplätze zu schaffen, erhalten wir so einen grossen Rückschlag», sagt Albert Auf der Maur.