«Der Sport hat mir bei der Integration sehr geholfen»

Kanton und Stadt Luzern führen die erste «Aktionswoche Asyl» durch. Dutzende Veranstaltungen ermöglichen Kontakte zu Menschen aus Flüchtlingsländern. Im Rahmen dieser Aktionswoche bietet die Äthiopierin Addis Gezahegne ein Lauftraining in Luzern an.

Die 43-jährige Addis Gezahegne kam vor 18 Jahren aus Äthiopien in die Schweiz.

Bildlegende: Die 43-jährige Addis Gezahegne kam vor 18 Jahren aus Äthiopien in die Schweiz. SRF

Vom Lauftraining der 43-Jährigen können die Teilnehmenden sicher etwas lernen. Schliesslich hat Addis Gezahegne 1992 an den Olympischen Spielen teilgenommen und ein Jahr zuvor einen afrikanischen Marathonrekord aufgestellt. «Der Sport hat mir bei der Integration sehr geholfen», sagt Addis Gezahegne. Durch den Sport habe sie in Luzern und Umgebung viele Freunde kennengelernt.

In den ersten Monaten nach der Flucht aus Äthiopien lebte sie im Zentrum Sonnenhof in Emmenbrücke. «Der Anfang war sicher sehr schwierig, vor allem die Sprache, die Kultur und das Wetter», erzählt sie.

Heute ist Kriens der Lebensmittelpunkt der Familie Gezahegne. Addis Gezahegne und ihr Mann fanden Arbeit in der Schweiz. Die beiden Kinder, die neun und vierzehn Jahre alt sind, gehen in Kriens in die Schule. Addis Gezahegne war eine Zeitlang im Luzerner Sportclub, heute ist sie im Krienser Marathonteam aktiv.

Asylzentrum «Hirschpark» läuft gut

Neu in die Schweiz kommende Asylsuchende werden vom Bund auf die Kantone verteilt. In Luzern ist seit einem Monat das kantonale Asylzentrum «Hirschpark» auf dem Gelände des Kantonsspitals in Betrieb. Es wird im Auftrag des Kantons von der Caritas geführt, wie auch das zweite kantonale Zentrum in Emmenbrücke.

65 Personen leben derzeit im Hirschpark, darunter zehn Familien. Die Menschen kommen aus verschiedenen Ländern, vor allem aber aus Afrika. Zur Verfügung stehen insgesamt 100 Plätze.

Der Betrieb laufe bis jetzt ohne Probleme: «Wir wurden im Quartier wohlwollend aufgenommen», sagt Zentrumsleiterin Martina Gerber. Im Hirschpark gilt eine strikte Hausordnung. Die Asylsuchenden halten ihre Unterkunft in Schuss und sorgen auch selber für ihre Verpflegung.