Marktführer Komax Gruppe Der stille Riese und seine Maschinen für Kabel-Tintenfische

Komax produziert Maschinen für Kabelbäume, beispielsweise für Autos. Die Systeme erledigen immer mehr Arbeiten, die bisher von Tausenden von Fabrikarbeiterinnen erledigt wurden. Denn: Je moderner die Autos, desto komplexer die Verkabelung - und desto sicherer muss sie funktionieren.

Matijas Meyer vor Kabelsträngen.

Bildlegende: Da sind die Komax-Maschinen von Matijas Meyer gefordert: Sie produzieren solche Kabelbäume für Autos. SRF/Dario Pelosi

Wer in einem Auto sitzt, verlässt sich mit grosser Wahrscheinlichkeit auf Technologie aus Dierikon. Denn es braucht rund 1500 Kabel, um ein Fahrzeug korrekt zu verdrahten. Maschinen von Komax stellen diese zusammen, verpassen ihnen die richtigen Stecker und prüfen deren Funktionsfähigkeit.

Im Geschäft mit diesen Maschinen – ein Nischengeschäft – ist Komax weltweiter Marktführer. Der Umsatz ist doppelt hoch wie jener der Nummer 2, der Firma Schleuniger aus der Metall Zug Gruppe, ebenfalls ein Schweizer Hersteller .

Automatisierung wird wichtiger

Kabelbäume für Fahrzeuge werden meist noch von Hand assembliert, verklebt und geprüft – Fliessbandarbeit für Tausende von – vor allem – Frauen in riesigen Fabrikhallen in Billiglohnländern. Die Fahrzeuge sind individuell verschieden, nicht nur je nach Hersteller, sondern auch nach Modell und Baujahr.

Früher sorgten die klassischen Komax-Maschinen in erster Linie für korrekt abgemessene und abisolierte Kabel. Mittlerweile stellen sie vollautomatisch ganze Kabel-Polypen her, können diese auch weiterverarbeiten und prüfen. Diese Automatisierung wird immer wichtiger.

Denn Fahrzeuge – vor allem auch selbstfahrende – brauchen immer schnellere, hochkomplexe und sichere Kabelsysteme. Das sei der Markt der Zukunft, sagt Komax-Chef Matijas Meyer.

Und nicht nur Autos sind auf solche sicheren Kabelverbindungen angewiesen. Auch im Flugzeug- und Raketenbau sind Spezialmaschinen für Hochleistungsverkabelungen immer wichtiger.

Konzentration auf Kabel

Bis vor weniger Jahren gab es in der Komax Gruppe neben der Kabel- auch eine Solar- und eine Med-Tech-Sparte. Letztere wurden in den vergangenen Jahren allerdings abgestossen. Seit einem Jahr setzt Komax nur noch auf das Geschäft mit Kabelmaschinen.