«Der Verdrängungskampf wird noch härter»

Die «Mall of Switzerland» in Ebikon wird das viertgrösste Einkaufszentrum der Schweiz. Doch eigentlich brauche es gar kein neues Zentrum mehr, sagt Detailhandelsexperte Thomas Hochreutener. Entscheidend sei der angebotene Ladenmix.

Ein Mann an einem Schreibtisch mit Computer.

Bildlegende: Detailhandelsexperte Thomas Hochreutener: «Verlieren werden wohl alle, die anderen Zentren, aber auch die Stadt Luzern.» srf

140 Läden auf einer Verkaufsfläche von 46'000 Quadratmetern, dazu zwölf Kinosäle und ein Wellness-Bad: In die «Mall of Switzerland sollen rund 450 Millionen Franken investiert werden. Das Zentrum in Ebikon wird von der Generalunternehmung Halter realisiert, mit Geld aus einem Staatsfond von Abu Dhabi.

Finanzkräftige Investoren

Doch eigentlich brauche es das Zentrum gar nicht, der Markt sei bereits gesättigt, sagt Thomas Hochreutener, Detailhandelsexperte beim Marktforschungsinstitut GfK in Hergiswil: «Doch wir haben eine freie Marktwirtschaft, und in den Golfstaaten ist viel Geld vorhanden.»

Deshalb glaubt Hochreutener auch, dass die Mall dereinst durchaus erfolgreich geschäften kann. Dafür sei ein jährlicher Umsatz von 300 bis 400 Millionen Franken nötig. Entscheidend sei nun der richtige Ladenmix, um die Konsumentinnen und Konsumenten anzulocken.

Die Investoren haben laut Hochreutener genügend Mittel, um auch eine eventuelle Durststrecke zu überstehen, Dadurch werde der Verdrängungskampf in der nächsten Zeit härter: «Das wird zu Lasten der anderen Zentren gehen, aber auch der Läden in der Stadt Luzern.»