«Der Wolf ist auch ein Gesundheitspolizist»

Der Wolf, der im Grenzgebiet zwischen Uri und Nidwalden über 30 Schafe gerissen hat, wurde zum Abschuss freigegeben. Erfahrungen mit Abschussbewilligungen hat bereits der Kanton Luzern. Otto Holzgang, zuständig für Jagd und Natur, spricht als Sonntagsgast über die Chancen des Wolfs in der Region.

Wolf in einer Wiese

Bildlegende: Der Wolf - im Bild ein Tier aus dem Kanton Wallis - darf im Kanton Uri nun geschossen werden. Keystone

«Dass der Wolf im Kanton Uri auch tatsächlich erwischt wird, das wird nicht einfach.» Dies die Einschätzung von Otto Holzgang, beim Kanton Luzern zuständig für Jagd und Natur. Luzern hat Erfahrung mit einer Abschussbewilligung. Im Jahr 2009 wurde eine solche erteilt, der Wolf entwischte jedoch.

Grundsätzlich sei ein Nebeneinander von Wolf und Schaf in der Zentralschweiz möglich. «Dafür braucht es einen guten Herdenschutz, möglichst mit Hunden», so Holzgang. Für die Schafhalter sei dieser aber mit grossem Aufwand verbunden.

Hunde halten, Betriebe zusammenlegen, das Ganze finanzieren: Dies seien die grössten Herausforderungen für die Schafhalter. «Es ist wahrscheinlich so, dass der Wolf zuerst präsent sein muss, bis Herdenschutzmassnahmen ergriffen werden.»

Die Frage, was der Wolf der Natur bringe, sei falsch gestellt. «Man sollte beim Wolf nicht zwischen Nützling und Schädling unterscheiden», sagt Otto Holzgang. Der Wolf sei Teil des Ökosystems. Weil er auch Kadaver beiseite räume, «ist er auch ein Gesundheitspolizist.»

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr