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Asylwesen im Kanton Luzern «Deutschkurse stehen wegen budgetlosem Zustand auf der Kippe»

Der Kanton Luzern will im Asyl- und Flüchtlingswesen die Fäden alleine in der Hand halten. Seit einem Jahr führt er die Betreuung von Asylsuchenden. Ab 2017 kommt auch noch die Betreuung der vorläufig Aufgenommenen hinzu. Man sei auf Kurs, sagt Dienststellenleiterin Silvia Bolliger.

Silvia Bolliger leitet die Diensstelle für Asyl- und Flüchtlingswesen im Kanton Luzern.
Legende: Silvia Bolliger leitet die Diensstelle für Asyl- und Flüchtlingswesen im Kanton Luzern. SRF/Christian Oechslin

SRF: Der Asylbereich ist immer wieder starker Kritik ausgesetzt. Braucht man in ihrem Job besonders breite Schultern?

Silvia Bolliger: Es ist schon eine grosse Herausforderung. Man steht ein bisschen in einer Sandwich-Position. Man hat einerseits die Ansprüche der Asylsuchenden und vorläufig Aufgenommenen – andererseits haben wir die Ansprüche der Gemeinden. An der Spitze der Dienststelle muss man abgeklärt sein und darf nichts persönlich nehmen.

Wie sind Sie bei der Dienststelle auf Kurs?

Wir beschäftigen aktuell 260 Mitarbeitende. Diese teilen sich 200 Stellenprozente. Eigentlich haben wir im Budget mit 270 Stellenprozenten gerechnet. Aktuell ist die Situation im Asylbereich aber ruhiger als auch schon. Die grossen Schwankungen sind auch die Hauptherausforderung in unserer Dienststelle.

Auch die Integration gehört zu den grossen Aufgaben der Dienststelle. Wo setzen Sie hier künftig Schwerpunkte?

Wir haben bereits 2016 einen Schwerpunkt gesetzt. Wir haben Deutschkurse für Asylsuchende eingeführt. Bereits 900 Asylsuchende haben diesen Kurs besucht. Auch die Regelstrukturen wollen wir im nächsten Jahr noch mehr ausbauen, damit die Integration beschleunigt werden kann.

Der Kanton Luzern steht für ein halbes Jahr ohne Budget da. Welche Auswirkungen hat dies im Asylbereich?

Einerseits hat es Auswirkungen auf die Mitarbeitenden. Weiterbildungen beispielsweise können nicht bewilligt werden. Andererseits wissen wir auch noch nicht ob der budgetlose Zustand Auswirkungen hat auf die wirtschaftliche Sozialhilfe, die ausbezahlt werden kann. Auch bei den Deutschkursen müssen wir abklären, ob wir diese überhaupt durchführen können oder nicht.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr

2 Kommentare

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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Der Kanton Luzern, der auf Sparkurs fährt und Beiträge an Musikschulen, ans Luzerner Theater und ans KKL streicht, sowie auch für die Bildung weniger ausgeben will, will im Gegenzug die Betreuung von Asylsuchenden in Zukunft selber in die Hand nehmen. Wie passt das zusammen? Aber es ist ja längst bekannt, dass für die eigenen Bedürfnisse nicht mehr genügend gesorgt wird, zu Gunsten der Ausländer, Flüchtlinge und Asylsuchenden.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Liebe Luzernerinnen und Luzerner, denkt doch an den NFA Topf. Daraus könnt ihr nach Belieben aus dem Vollen schöpfen, wenn die Kohle nicht mehr reicht. Wir Geberkantone liefern Euch gerne Nachschub.
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