Sonntagsgast Markus Hodel «Die Fachhochschulen sind ein Erfolgsmodell»

Vor 20 Jahren nahm die Hochschule Luzern den Betrieb auf. Seit 10 Jahren ist Markus Hodel ihr Rektor.

Die Hochschule Luzern feiert dieses Jahr ihr 20-Jahr-Jubiläum. Im Gespräch mit dem Regionaljournal Zentralschweiz blickt Rektor Markus Hodel auf diese 20 Jahre zurück und erzählt, weshalb es den geplanten Campus für das Departement Technik und Architektur in Horw für 330 Millionen Franken braucht:

  • Im Bereich Architektur und Technik herrscht Fachkräftemangel. Die Nachfrage nach Absolventen der HSLU ist deshalb gross.
  • Das Raumangebot der Teilschule in Horw ist verglichen mit anderen Hochschulen der Schweiz unterdurchschnittlich.
  • Platz braucht auch der Bereich Forschung, der ein Innovationstreiber ist.

HSLU in Zahlen

1997 wurde die Hochschule Luzern von den sechs Zentralschweizer Kantonen als eine der ersten Fachhochschulen der Schweiz gegründet. Offiziell startete sie mit 293 Studierenden, die an den Teilschulen Technik & Architektur und Wirtschaft eingeschrieben waren. Heute zählt die Schule mehr als 6200 Bachelor- und Master-Studenten. 4600 Personen besuchen eine Weiterbildung.

Zu den beiden ersten Teilschulen kamen die Fachrichtungen Design & Kunst, Soziale Arbeit und Kunst. Jüngstes Kind ist das Departement Informatik, das im vergangenen Jahr seinen Betrieb aufnahm. Die einzelnen Teilschulen haben als selbstständige Institutionen eine Lange Tradition. Kunst wird in Luzern seit 140 Jahren unterrichtet, Soziale Arbeit seit 99 und Musik seit 75 Jahren.

Die Hochschule Luzern ist auch ein wichtiger Arbeitgeber. Im vergangenen Jahr zählte sie gut 1600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit gehört sie zu den grössten Arbeitgebern der Zentralschweiz. Das Jahresbudget beträgt 250 Millionen Franken.

Heute zählt die Hochschule Luzern mehr als 6000 eingeschriebene Studentinnen und Studenten. Vor 20 Jahren waren es gerade 293. Die Fachhochschulen seien ein Erfolgsmodell, sagt Markus Hodel. Das erkläre einen Teil des Wachstums. Es gebe dafür aber auch ganz einfache Gründe:

  • 1997 zählte die Hochschule Luzern erst zwei Departemente. Zudem wurde nur der erste Jahrgang gezählt. Mit den Jahren kamen vier weitere Departemente und weitere Studienjahrgänge dazu.
  • Die Schule sei aber auch so gewachsen. Das sei positiv, da die Nachfrage nach qualifizierten Fachleuten immer noch gross sei.

Markus Hodel ist insgesamt seit zehn Jahren Rektor der HSLU. In dieser Zeit erlebte er vor allem Hochs, an Tiefschläge kann er sich dagegen kaum erinnern. Ein Höhepunkt sei die tägliche Arbeit in den verschiedenen Teilschulen und der Kontakt zu den Studentinnen und Studenten. Ein Highlight sei aber auch die Eröffnung des Departements Informatik im vergangenen Jahr gewesen. Auch die rege Bautätigkeit der Schule sei spannend.

Tiefschläge habe es wenige gegeben. Mit der Errichtung einer Wirtschaftsfakultät an der Universität Luzern sei er nicht einverstanden gewesen und habe einen Moment gebraucht, um das zu verdauen. Den Entscheid habe er aber akzeptiert.

Mehr finanzieller Druck

Die Sparbemühungen des Kantons Luzern bekommt auch die Hochschule Luzern zu spüren, die über ein Budget von rund 250 Millionen Franken verfügt. Dieses Jahr musste die HSLU 5 Millionen Franken einsparen. Dazu kam die Arbeitszeitverlängerung für die Mitarbeitenden sowie weitere Massnahmen.

Bis jetzt sei es trotz den Sparmassnahmen gelungen, die Zahl der Studierenden zu halten, sagt Markus Hodel. Das sei auch nötig, denn wenn diese Zahl zurückgehe, fehle erst recht Geld in der Kasse. Deshalb sei es wichtig, dass das Studium attraktiv bleibe.

Für die nächsten Jahre ist kein weiterer Ausbau der Hochschule geplant. Die einzelnen Studiengänge würden aber immer wieder angepasst. Zudem seien die Themen Digitalisierung und Interdisziplinarität für die Schule sehr wichtig.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr (08.+09.07.2017)

Der doppelte Rektor

Markus Hodel studierte Geschichte und Englische Literatur an der Universität Freiburg und in England. Der 57-Jährige wurde 2003 Rektor der HSLU. Nach fünf Jahren wechelte er als Staatsschreiber zum Kanton Luzern, kehrte aber 2012 wieder an die HSLU zurück, wo er seither wieder Rektor ist.