Die Irrwege von Béatrice und Bénédict im Gefühlslabyrinth

Dieser Mann und diese Frau schenken sich nichts: Béatrice und Bénédict streiten ohne Pause – ein Wortgefecht jagt das andere. Dieses Paar hat ursprünglich William Shakespeare erfunden. Nun zeigt das Luzerner Theater die Oper «Béatrice et Bénédict» von Hector Berlioz, die diesen Stoff verarbeitet.

Szene aus einer Oper am Luzerner Theater.

Bildlegende: Bénédict (Utku Kuzuluk) und Béatrice (Jutta Maria Böhnert) liefern sich viele Wortgefechte. Luzerner Theater/Ingo Höhn

Die Handlung

Auf dem Landgut des sizilianischen Gouverneurs treffen Béatrice und Bénédict aufeinander. Sie strafen sich mit gegenseitiger Verachtung. Insgeheim lieben sie sich jedoch und sind zu stolz, dies zuzugeben. Der Freund von Bénédict und die Cousine von Béatrice schmieden jedoch eine Intrige. Béatrice und Bénédict sollen beide auf Umwegen erfahren, dass der eine in die andere verliebt ist und umgekehrt.

Die Stärken der Luzerner Inszenierung

  • Das Bühnenbild: Es sind keine Kulissen zu sehen, sondern unzählige Holzbänke. Sie symbolisieren ein Labyrinth. Die Figuren müssen sich quasi auf vielen Umwegen durchschlagen, bis sie am Ziel sind. Die Reduktion auf das Wesentliche ist das eigentliche Motto der Inszenierung.
  • Die Gesangsolistinnen und Gesangssolisten: Sie liefern eine beeindruckende Leistung ab. Alles ist sorgfältig ausgearbeitet, auch bei den temporeichen Stellen. Bei den ruhigen Passagen können die Sängerinnen so richtig glänzen.
  • Das Luzerner Sinfonieorchester: Dank transparentem Spiel wird das Augenzwinkern in Hector Berlioz‘ Musik schön herausgearbeitet.

Die Schwäche der Inszenierung

  • Die gesprochenen Passagen: Hier stimmt manchmal das Timing nicht. Der shakespearsche Wortwitz fällt ab und zu zwischen Stuhl und Bank.

Fazit

Mit der Oper «Béatrice et Bénédict» verbringt man einen vergnüglichen und unbeschwerten Abend am Luzerner Theater. Die Inszenierung verzichtet auf viel Brimborium. Sie stellt die feinen Facetten dieser Liebesgeschichte in den Vordergrund. Und das Publikum schaut dabei gerne zu.

Weitere Aufführungen gibt es noch bis am 16. April.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr