Tiefsteuer-Strategie Obwalden Die Kehrseite des Erfolgs

Der Obwaldner Regierungsrat bezeichnet die Tiefsteuerstrategie weiterhin als Erfolg. Nach zehn Jahren zieht die Regierung auch Bilanz zu den Auswirkungen auf die Raumentwicklung, die Immobilienpreise und den Verkehr. Diese fällt nicht nur positiv aus.

Nahaufnahme eines Steuerformulars.

Bildlegende: Die Einnahmen aus Einkommens- und Vermögenssteuern sowie von Firmen stiegen innert zehn Jahren um fast 95 Millionen. Keystone

Im jüngsten Wirkungsbericht zur Steuerstrategie kommt die Obwaldner Regierung einmal mehr zum Schluss, dass sich die Steuersenkungen und Massnahmen der letzten zehn Jahre weiterhin positiv auswirkten.

Die wichtigsten Aussagen der Obwaldner Regierung in ihrem jüngsten Wirkungsbericht zur Steuerstrategie:

  • Sowohl beim Kanton wie auch bei den Gemeinden sind die Einnahmen auch 2015 und 2016 gestiegen.
  • Nur Giswil und Lungern konnten in den letzten Jahren nicht mehr profitieren. Sie mussten sinkende Erträge hinnehmen.
  • In Obwalden stiegen die Einnahmen aus Einkommens- und Vermögenssteuern sowie von Firmen von 154,3 Millionen Franken im Jahr 2005 auf 249 Millionen Franken 2015.
  • Die Schattenseiten der Steuerstrategie: überdurchschnittlicher Landverschleiss, stark gestiegene Preise für Eigenheime und übermässige Verkehrszunahme auf der A8

Obwalden legte bei der Finanzstärke in den letzten Jahren stetig zu. Im sogenannten Ressourcenindex belegt der Kanton mittlerweile Rang 8 unter den Kantonen. 2018 dürfte der Halbkanton im Finanzausgleich zum Nettozahler werden.

Weil die steigenden Steuererträge nicht mit den zunehmenden Ausfällen aus dem Finanzausgleich mithalten können, kämpft Obwalden mit einem strukturellen Defizit. Die Regierung will hierzu demnächst Massnahmen präsentieren.

ow Obwaldner Staatsrechnung: Die Abschlüsse der letzten Jahre Angaben in 1000 Franken