Die schwungvolle Eroberung der Witwe im Dreivierteltakt

Mit «Die lustige Witwe» von Franz Lehár spielt das Luzerner Theater eine der bekanntesten Operetten überhaupt. Im Zentrum der Handlung stehen Eifersucht, gespielte und echte Liebe. Die in Wien uraufgeführte Operette wird am Luzerner Theater von Dominique Mentha inszeniert.

Szene aus dem Luzerner Theater.

Bildlegende: Die Witwe Hanna Glawari (Jutta Maria Böhnert) hat viele Verehrer. Luzerner Theater / Ingo Höhn

Die Handlung

Die Männerwelt in Paris ist in heller Aufregung. Die schwerreiche Hanna Glawari ist nach dem Tod ihres Mannes wieder zu haben. Französische Verehrer am Laufmeter machen ihr den Hof. Dies passt dem Botschafter des fiktiven Landes Pontevedro gar nicht. Der Grund: Hanna ist eine Pontevedrinerin und wenn sie einen Franzosen heiraten würde, wäre das grosse Geld weg für das hoch verschuldete Land.

Der Botschafter setzt darum Graf Danilo von Pontevedro auf Hanna an. Er soll sie möglichst schnell heiraten. Die Krux: Hanna war einst Danilos grosse Liebe. Das grosse Glück scheiterte damals aber daran, dass Hanna arm und gesellschaftlich nicht anerkannt war.

Inzwischen wäre eine Verbindung dank des Reichtums von Hanna möglich. Danilo hat jedoch Bedenken, dass ihm nur finanzielle Absichten unterstellt würden. Hanna wiederum ist immer noch enttäuscht über den Ausgang ihrer damaligen Beziehung. Im Stück entbrennt nun ein Kampf um das gegenseitige Geständnis der Liebe.

Die Stärken der Luzerner Inszenierung

  • Die Gesangssolistinnen und Gesangssolisten zeigen eine hervorragende Leistung.
  • Das Ensemble kann sein komödiantisches Talent voll ausleben: Verehrer duellieren sich mit Blumensträussen, der Dirigent des Orchesters tritt als erfolgloser Barpianist auf und mit übertriebenen Choreografien wird das Genre auf die Schippe genommen.
  • Das Bühnenbild: Mehr als ein paar Stühle und grosse, weisse Fransenvorhänge sind nicht zu sehen. Das überzeugt: So bleibt die ganze Aufmerksamkeit bei den Gesangssolistinnen und Gesangssolisten.

Die Schwäche der Inszenierung

  • Chor und Orchester lassen sich zeitweise zu sehr von der Spielfreude mitreissen. Die gesangliche Transparenz bleibt so manchmal auf der Strecke