Die Tourismusdestination Melchsee-Frutt entwickelt sich rasant

Im Schatten der grossen Hotel-Resorts in Andermatt und auf dem Bürgenstock entwickelt sich die Tourismusdestination Melchsee-Frutt auf 2000 Metern. Ein neues Hotel wird im Dezember eröffnet und die Idee einer Zusammenlegung der Skigebiete Hasliberg und Titlis mit Melchsee-Frutt wird neu lanciert.

Auf Melchsee-Frutt herrscht Hochbetrieb: Die Bauarbeiten für das neue Familienhotel am See laufen auf Hochtouren und letzte Woche erfolgte der Durchstich für einen Tunnel. Dieser unterirdische Tunnel verbindet dann drei Hotels auf der Frutt miteinander.

Natur und Ruhe versus wirtschaftliche Entwicklung - ein Dilemma?

Viele Leute suchen auf der Frutt aber nicht den Rummel, sondern die Ruhe. Die Generalunternehmung Eberli aus Sarnen und Besitzerin der drei Hotels macht sich deshalb auch Gedanken über die Zukunft.

Toni Bucher, Verwaltungsratspräsident der Eberli AG glaubt felsenfest an die Frutt: «Die Frutt ist einer der schönsten Flecken Erde, und ich bin überzeugt, dass es in Zukunft noch wichtiger sein wird, in die Natur hinausgehen zu können.»

Walter Röthlin, Präsident der Sportbahnen und Korporationsrat hält es für durchaus möglich, Ruhe zu bieten und sich gleichzeitig weiter zu entwickeln. Man müsse halt die nötige Infrastruktur bieten und sorgfältig mit der Umgebung umgehen.

Auch Toni Bucher glaubt nicht, das auf der Frutt immer noch mehr gebaut werde. Aber ganz fertig sei man noch nicht, es brauche noch das «Feintuning». So zum Beispiel der Zusammenschluss der Skigebiete von Engelberg, Hasliberg und Frutt.

Idee «Schneeparadies» lebt wieder auf

Die Idee des Zusammengehens der drei Skigebiete wurde vom Obwaldner Volkswirtschaftsdirektor Niklaus Bleiker neu lanciert. Klar haben auch die Hotelbetreiber ein grosses Interesse daran, das Skigebiet auszubauen.

Aber mehr Gäste bringen mehr Betrieb und brauchen mehr Infrastruktur. Ein Paradies mit Nebenwirkungen? «Ja», sagt Walther Röthlin, Präsident der Sportbahnen, «aber es gibt auch Chancen. Wir bewegen uns im Umfeld zwischen Landschaftsschutz, betriebswirtschaftlichen Chancen und Finanzierbarkeit».