«Die Uni Luzern kann auch mit Privatgeldern unabhängig arbeiten»

Dank einer neuen Wirtschaftsfakultät soll die Universität Luzern wachsen. Politisch ist der Boden dafür geebnet. Doch noch muss der Plan zwei Hürden nehmen. Unter anderem muss die Universität vier Millionen Franken von Sponsoren zusammenbringen - eine heikle Aufgabe.

Die Universität Luzern ist auf Geld von Privaten angewiesen, weil die öffentliche Hand den Aufbau einer Wirtschaftsfakultät nicht explizit mitfinanzieren will. Also klopft Uni-Rektor Paul Richli bei Privaten, bei Firmen und bei Stiftungen an.

«Ich stelle mir vier bis fünf Geldgeber vor, die je rund eine Million Franken spenden», sagt Richli. Er ist optimistisch, dass der Betrag zusammenkommt. Einerseits wegen der Höhe des gesuchten Betrags. Andererseits hat die Universität Erfahrungen mit dem Eintreiben von privaten Geldern: Die rechtswissenschaftliche Fakultät wurde ebenfalls auf diesem Weg aufgebaut.

Skepsis bezüglich Unabhängigkeit

Dass eine Universität Geld von Dritten annimmt, hat in der Vergangenheit in verschiedenen Kantonen hitzige Debatten ausgelöst. Unter anderem weil die Spenden zum Teil an ein Mitbestimmungsrecht der Geldgeber geknüpft wurde. «Die Universität Luzern kann auch mit Privatgeldern unabhängig arbeiten. Auch das hat sich beim Aufbau der rechtswissenschaftlichen Fakultät gezeigt. Nie gab es Bestrebungen der Geldgeber, Einfluss zu nehmen», so Richli weiter.

«  Es ist mir ein Anliegen, dass nicht der Eindruck entsteht, Rektor Richli und die Uni wollten etwas verstecken. »

Paul Richli
Rektor der Universität Luzern

Laut dem neuen Universitätsgesetz muss die Schule Fremdbeiträge ab 500'000 Franken offen legen. Über kleinere Beiträge muss Rektor Richli keine Rechenschaft abgeben. «Wenn das aber gewünscht wird, werde ich das selbstverständlich tun.»

Die geplante Wirtschaftsfakultät an der Universität Luzern muss nebst den Finanzen noch eine weitere Hürde nehmen: Die SP des Kantons Luzern hat genügend Unterschriften gegen das neue Universitätsgesetz gesammelt, womit es zur Volksabstimmung kommt.

(Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr)