Die wechselhafte Geschichte des Lucerne Festivals

Seinen Anfang nahm das Lucerne Festival vor 75 Jahren, als Arturo Toscanini mit zwei Konzerten vor der Wagner-Villa auf Tribschen den Ruf Luzerns als Musikstadt stärkte. Das Festival blickt auf eine wechselhafte Geschichte zurück, in der grosse Dirigenten das Festival prägten.

Dirigent mit Orchester

Bildlegende: Herbert von Karajan dirigiert das Festspielorchester im Jahr 1949. Archiv Lucerne Festival

80 Radiostationen aus den USA waren live dabei, als Arturo Toscanini am 25. August 1938 den Taktstock im Garten der Villa Tribschen in die Hand nahm und dem Orchester den Einsatz gab. Dieses Konzert unter freiem Himmel war die Geburtsstunde des Lucerne Festivals.

Luzern wurde mit diesem Toscanini-Konzert auf einen Schlag als Festspielort international bekannt. Das Festival setzte von Anfang an auf Qualität und grosse Namen – vor allem auch am Dirigentenpult. Nach Toscanini leitete viele Jahre lang Wilhelm Furtwängler das Festspielorchester.

1948 hatte Herbert von Karajan seinen ersten grossen Auftritt in Luzern. Er wurde danach zur Ikone des Festivals. Mit der neuen Infrastruktur des KKL ging auch das Festival neue Wege. Die Förderung von jungen Musikerinnen und Musikern und die Beschäftigung mit zeitgenössischen Kompositionen wurden intensiviert. Ausdruck davon ist die Lucerne Festival Academy unter Pierre Boulez.

Der bis jetzt letzte grosse Streich gelang dem Lucerne Festival vor 10 Jahren. Damals trat zum ersten Mal das Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Claudio Abbado auf. Ein Orchester der Superlative mit einem Dirigenten, der auch noch mit 80 Jahren zu den ganz grossen Dirigenten gehört.