Ehemaliges Kloster Stans geht an den Kanton zurück

Einen symbolischen Betrag von einem Franken zahlt Nidwalden für das Baurecht für das ehemalige Kapuzinerkloster in Stans. Wie die Gebäude künftig genutzt werden, ist noch offen. Vertreter aus dem Nidwaldner Landrat reagieren unterschiedlich auf diesen Schritt.

Das ehemalige Kapuzinerkloster in Stans.

Bildlegende: Bereits 2004 kaufte der Kanton Nidwalden das damals leer stehende ehemalige Kapuzinerkloster in Stans. Keystone

Damit stehen Nidwalden und die Klosteranlage mehr oder weniger wieder dort, wo sie sich 2004 befunden hatten. Nach dem Auszug der Kapuziner hatte der Kanton die Liegenschaft für eine Million Franken gekauft. Doch was er damit anfangen sollte, war offen.

Sämtliche Ideen und Pläne zerschlugen sich. Das Interesse der mondoBIOTECH kam da wie gerufen.

Das Unternehmen, das Wirkstoffe für die Behandlung von lebensbedrohenden und seltenen Krankheiten entwickeln und kommerzialisieren wollte, war bereit, die Anlage für die Dauer von 60 Jahren und für einen Jahreszins von 52'170 Franken im Baurecht zu übernehmen sowie zu unterhalten.

Stellen wurden nicht geschaffen

Der Landrat stimmte der Abgabe im Baurecht zu. Die High-Tech-Firma passe als Denkfabrik in das Kloster und bringe einen zukunftsträchtigen Wirtschaftszweig nach Nidwalden. Bedenken hatte einzig die kleine grüne Opposition.

Das Unternehmen machte aber vor allem negative Schlagzeilen. An der Börse stürzten die Aktien ab. Der Firmengründer und Verwaltungsratspräsident Fabio Cavallo musste den Sessel räumen. Die angekündigten 45 qualifizierten Arbeitsplätze wurden nicht geschaffen.

«Intransparente Angelegenheit»

Dass nun die grossen Erwartungen an die Firma definitiv nicht erfüllt werden, beurteilen Kantonsparlamentarier auf Anfrage von Radio SRF unterschiedlich. «Uns war die ganze Angelegenheit von Anfang an zu intransparent», sagt der Grüne Leo Amstutz, der schon 2008 im Landrat sass.

Sein Ratskollege Viktor Baumgartner von der CVP meint: «Wir hatten 2008 keine bessere Lösung. Dass sich das Geschäft nicht so entwickelt hat, wie wir es uns erhofft haben, dafür sind weder die Regierung noch das Parlament verantwortlich». Jetzt müsse man aber nach vorne schauen, so Viktor Baumgartner weiter. «Eine sinnvolle Nutzung, die den Kanton nichts kostet, das wird eine Herausforderung, die wir angehen müssen.»

Kanton zahlt für Rückkauf einen Franken

Das Unternehmen heisst unterdessen Therametrics Discovery AG und plant eine interne Umstrukturierung. Die Firma wolle sich nun vom Baurecht trennen, behalte aber ihren Sitz im Kanton Nidwalden, schreibt die Regierung.

Der Kanton zahlt für den Rückkauf einen Franken. Damit seien auch die Investitionen von Therametrics in die Einrichtung von Büroräumen und die Renovation des Refektoriums abgegolten.

Ausserdem übergibt Therametrics dem Kanton die ausgearbeiteten Projektstudien, Projekte und Bewilligungsakten für den ehemals geplanten Umbau des Klosters.

Das Areal des ehemaligen Kapuzinerklosters steht unter Denkmalschutz und liegt direkt neben der kantonalen Mittelschule. Es sei deshalb eine strategische Reserve für längerfristige Ausbauten, schreibt die Nidwaldner Regierung.