Ein Klarinettist der leisen Töne

Ursprünglich wollte er Volksmusiker werden. Heute ist er einer der besten klassischen Klarinettisten überhaupt: Der gebürtige Zuger Reto Bieri. Der 39-jährige Musiker liebt alle Stilrichtungen, besonders fasziniert ist er von den leisen Tönen.

«Konzerte in der Zentralschweiz sind wie ein Heimkommen.» Dies sagt der in Cham aufgewachsene Klarinettist Reto Bieri, der am Mittwoch zusammen mit dem Luzerner Sinfonieorchester im KKL Luzern einen Auftritt hat. Dabei kommt es zu einer Schweizer Erstaufführung des Klarinettenkonzerts «Khayyam» seines türkischen Musikerfreundes Fazil Say.

Unterricht bei Volksmusiklegende Jost Ribary

Seinen ersten Klarinettenunterricht erhielt der junge Reto Bieri vor Jahren an der Musikschule Cham bei Jost Ribary, einer eigentlichen Volksmusiklegende. Klar wurde hier viel Volksmusik gespielt: «So war es für mich klar, dass ich Volksmusiker werden wollte», sagt Bieri.

Dass die Musik zu seinem Beruf wurde, habe sich dann einfach so ergeben: «Und mit der klassischen Musik hat sich mir eine neue Welt eröffnet.» Besonders am Herzen liegen dem Musiker die leisen Töne. Das faszinierendste Spektrum auf der Klarinette liege zwischen dem «Nichts» und dem «Etwas», in diesem Bereich, wo ein Ton entstehe oder absterbe, philosophiert Reto Bieri.

Professor für Kammermusik

Der Zuger, der mit seiner Frau und den zwei Kleinkindern inzwischen im Kanton Bern lebt, beschäftigt sich besonders mit Kammermusik. Diese kleinen Formationen in kleinen Konzertsälen faszinieren ihn seit Jahren. So ist Bieri in Würzburg an der Musikhochschule auch Professor für Kammermusik. Zudem leitet er seit letztem Jahr auch das Davos Festival. An diesem Festival gefalle ihm besonders, dass man jungen Künsterlinnen und Künstlern eine Plattform bieten könne.

«  Das Handy ist für mich schlichtweg eine Krücke, und ich will nicht behindert durchs Leben gehen. »

Reto Bieri
Klarinettist

Konzerte auf der ganzen Welt, Musikprofessor, Intendant und Familienvater: All dies organisiert Reto Bieri ohne Mobiltelefon. Bieri sagt, dies sei kein Entscheid gegen diese Art und Weise zu kommunizieren. Er wünsche es sich einfacher im Leben: «Und manchmal bin ich mit dem Einfachen schon überfordert. Ich wüsste nicht, wieso ich mir das Leben noch schwieriger machen sollte.»

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr