Einblicke ohne Voyeurismus

In seinem neuen Dokumentarfilm «Die weisse Arche» setzt sich der Zentralschweizer Filmemacher Edwin Beeler mit grossen Fragen auseinander. Der Film handelt vom Sterben, vom Tod und der Spiritualität der Menschen. Er schafft intime Momente ohne voyeuristisch zu sein.

Aussenaufnahme des verschneiten Klosters Engelberg.

Bildlegende: Im Kloster Engelberg spielt ein Teil von Edwin Beelers Dokumentarfilm. zvg

Wann bin ich an der Reihe? Wie werde ich sterben? Und was passiert mit mir nach meinem Tod? Der Dokumentarfilm «Die weisse Arche» spürt diesen Fragen nach. Filmemacher Edwin Beeler, der selber die Kamera führte, lässt in seinem Film eine ganze Reihe von Menschen erzählen, die sich mit diesen Fragen beschäftigen.

Als roter Faden führt die Pflegefachfrau Monika Dreier durch den Film. Sie, die von einer Lawine verschüttet worden war, hat seit ihrem Nahtoderlebnis keine Angst mehr vor dem Tod. Im Gegenteil. Für die Pflegerin von Demenzkranken ist das Sterben zum schönsten Prozess des Lebens und der Tod zu einem Freund geworden.

Leiden, Sterben und Tod sind auch für die anderen Protagonisten im Film zentrale Themen. Unter anderen erzählen ein Sterbebegleiter, ein Mönch und Maler, ein Hellsichtiger und ein Rinderhirt. Sie alle stammen oder wirken in der Zentralschweiz.

Grenzen der menschlichen Erkenntnisfähigkeit

Der Film gibt keine abschliessenden Antworten. Viel mehr stellt er Fragen und lässt Raum zum Nachdenken. Beeler lässt die Bilder sprechen. Immer wieder gibt es auch eindrückliche Aufnahmen der Zentralschweizer Natur. Auf einen Kommentar verzichtet er. Die Kamera bietet intime Einblicke, etwa am Sterbebett eines Kapuziners oder in einer Pflegestation für demente Menschen. Trotzdem ist «Die weisse Arche» kein voyeuristischer Film. Das ist eine grosse Stärke.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr