Eine Musical-Truppe fällt bei Shakespeare aus der Rolle

In der amerikanischen Provinz führen Schauspieler William Shakespeares Stück «Der Widerspenstigen Zähmung» als Musical Comedy auf. Diese Handlung steht im Zentrum des Musicals «Kiss me, Kate». Am Luzerner Theater kann die Inszenierung dieses Musical-Klassikers nur teilweise überzeugen.

Theaterszene aus dem Luzerner Theater

Bildlegende: Katharina (Madelaine Wibom) stellt Petruchio (Todd Boyce) vor Herausforderungen Ingo Höhn/Luzerner Theater

Ein Schauspielerehepaar, das seit einiger Zeit geschieden ist, tritt gemeinsam in einer Musical-Version von Shakespeares «Der Widerspenstigen Zähmung» auf. Während der Vorstellung flackern bei den beiden wieder Gefühle füreinander auf. Hinter den Kulissen spielt sich dann ein ähnliches Drama ab wie auf der Bühne.

Die Vermischung von Privatem und Beruflichem, von Fiktion und Realität, ist das prägende Thema des Musicals «Kiss me, Kate». Die Luzerner Inszenierung kommt zu Beginn nicht so richtig vom Fleck, und es gibt einige Längen. Für diese entschädigen dann jedoch die Musiknummern. Die Gesangssolistinnen und Gesangssolisten zeigen eine sehr gute Leistung. Alle Charakteren erhalten klare Konturen – von der kratzbürstigen Musical-Diva, über den selbstverliebten Regisseur bis zum hitzköpfigen Jungschauspieler.

Die Auftritte des Tanzensembles sind von überzeugender Intensität. Die Tänzerinnen und Tänzer sind für einen der Höhepunkte der Aufführung verantwortlich: eine Tanznummer als Hommage an die Ära des Swing. Bei der Luzerner Inszenierung sind es die temporeichen Einzelszenen, die beim Publikum hängen bleiben. Einen grossen Spannungsbogen schafft die Inszenierung jedoch nicht.