Einsiedler Welttheater thematisiert die Qual der Wahl

Sechs Jahre nach der letzten Produktion wird im Sommer 2013 vor der Klosterkirche in Einsiedeln wieder ein Welttheater aufgeführt. Der Autor Tim Krohn und der Regisseur Beat Fäh lassen Calderóns Figuren durch die Neuzeit taumeln - immer auf der Suche nach dem erfüllten Leben.

Schauspielerinnen und Schauspieler bei der Probe.

Bildlegende: Während acht Monaten wird in Einsiedeln für das Welttheater 2013 geprobt. SRF

Im Sommer geht die 16. Inszenierung «Welttheater» von Calderón in Einsiedeln über die Bühne. Zur Tradition der Einsiedler Spiele gehört, dass die künstlerische Leitung immer wieder anderen Persönlichkeiten anvertraut wird. So wurden für die diesjährigen Aufführungen der Regisseur Beat Fäh und der Autor Tim Krohn verpflichtet.

Die Proben sind bereits seit Mitte Februar im Gang, am Donnerstag sprachen Regisseur und Autor vor den Medien. Beide lobten die rund 500 Einsiedler, welche sich an diesem Theaterereignis beteiligen, als «unglaublich begeisterungsfähiges Volk». Mehr als 300 Personen aus Einsiedeln und der nähreren Umgebung stehen auf der Bühne.

Mit seiner Inszenierung führt das Duo Krohn/Fäh die Sorgen der modernen Menschen vor Augen, die befürchten, aus ihrem Leben nicht genug gemacht zu haben. Sie stehen stets vor dem Dilemma: Haben wir die richtige Wahl getroffen, oder unser Glück verspielt? Krohn und Fäh möchten Denkanstösse vermitteln.

«Der Regisseur und ich möchten, dass das Publikum die Vorstellung verlässt und sich und seine Mäkel als Besonderheit akzeptiert und dazu steht. Es ist nicht erstrebenswert, perfekt zu sein. Das möchten wir dem Publikum mit auf den Weg geben», sagt Autor Tim Krohn gegenüber dem Regionaljournal.

Vom 21. Juni bis am 7. September sind vor der Barockfassade des Klosters 41 Aufführungen geplant. Erwartet werden mehr als 50'000 Besucher. Das Budget des Projekts beträgt rund vier Millionen Franken.