Emmer Tramhüsli: Verschiebung ist geglückt

Es ist ein Wahrzeichen und ein wichtiger Zeitzeuge der Industriegeschichte von Emmenbrücke. Nun hat es einen neuen Platz bekommen. Die ehemalige Endstation des Trams musste einem Strassenprojekt weichen. In Zukunft soll es Veranstaltungsort und Treffpunkt für die Bevölkerung werden.

Zwei Stunden dauerte die Aktion am Centralplatz, dann war das 250 Tonnen schwere Tramhüsli verschoben. Auf Rollen wurde es hydraulisch gezogen, fünf Meter weit und in der Achse ein wenig gedreht, bis es den endgültigen Standort erreichte. Es war Millimeter-Arbeit.

«  Auf diesen Moment haben wir gewartet, auf diesen Moment haben wir mit grossem Engagement hingearbeitet. »

Urs Rudolf
Stiftungspräsident

Das Unternehmen wurde seit Monaten vorbereitet, das Tramhüsli auf Stelzen gestellt und ein neues Fundament gebaut. Die Arbeiten verliefen ohne Zwischenfälle, ohne Erschütterung und ohne Risse in den bestehenden Mauern.

Das Tramhüsli mit seinem 14 Meter hohen Turm ist seit 1927 ein Wahrzeichen und ein kulturhistorisch wichtiger Zeitzeuge für die Industriegeschichte Emmens. Es stand an der Endschlaufe der 1961 eingestellten Tramverbindung zwischen Luzern und Emmenbrücke. Für viele Emmerinnen und Emmer ist das Tramhüsli auch ein Stück Heimat.

Das Verschieben der ehemaligen Tramstation wurde wegen des Strassenbau-Projekts K13 des Kantons nötig. In Zukunft soll es als Veranstaltungsort und Treffpunkt dienen und das Eingangstor zum neuen Stadtteil «Viscosistadt» markieren, der auf dem Industrieareal hinter dem Seetalplatz entwickelt wird.

Die Verschiebung wurde über eine Sammelaktion finanziert. Viele Zuschauer und Medienleute verfolgten das ungewöhnliche Spektakel am Dienstag.