«Entscheid war zu erwarten»

Der Urner Baudirektor Markus Züst ist vom Ja zur zweiten Gotthardröhre weder überrascht noch enttäuscht. «Ich bin seit 30 Jahren in der Politik, da gibt es immer wieder Rückschläge zu verdauen», sagt der SP-Regierungsrat. Der Kanton Uri hat noch vor drei Jahren eine zweite Röhre deutlich abgelehnt.

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Emotionale Debatte um 2. Gotthardröhre

9:23 min, aus Schweiz aktuell vom 24.9.2014

«Der Entscheid des Nationalrates war zu erwarten», sagt der Urner Baudirektor Markus Züst. Dies obwohl die Urner Regierung noch vor wenigen Tagen mit einem Schreiben an den gesamten Nationalrat gelangte, um die ablehnende Haltung des Gotthardkantons nochmals zu erklären. Das Schweizer Volk und der Kanton Uri hatten bereits mehrmals eine zweite Röhre abgelehnt.

«Die Schweiz investiert 20 Milliarden Franken in die Neat, und noch bevor der Eisenbahn-Basistunnel eröffnet ist, reden wir von einer zweiten Strassenröhre. Das ist ein falsches Zeichen in der Verkehrspolitik, sagte der Urner Baudirektor am Mittwoch unmittelbar nach dem Entscheid in Bern. Die Tunnelsanierung verbunden mit einem Verladekonzept sei aus Urner Sicht immer noch die bessere Variante.

Widerstand bröckelt

Noch vor drei Jahren hatte das Urner Stimmvolk eine zweite Röhre mit 57 Prozent abgelehnt. «Ich stelle fest, dass der Widerstand im Kanton Uri vor allem bei den Jungen bröckelt, das hat vermutlich damit zu tun, dass sie mit Mobilität einen anderen Umgang haben», analysiert der Urner Baudirektor.

Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird das Schweizer Stimmvolk über die zweite Gotthardröhre entscheiden. Das Referendum ist angekündigt.