«Es ist diese fremde Welt, die mich fasziniert»

Sarah Allemann klettert zusammen mit einem Forscherteam bis in den hintersten Winkel des Höllochs.

Porträt von Sarah Allemann.

Bildlegende: SRF-Reporterin Sarah Allemann steigt zusammen mit einem Forscherteam ins Hölloch und klettert in die hintersten Winkel. SRF

Wer noch nie in einer Höhle war, weiss nicht, was absolute Dunkelheit ist. Der «Licht aus»-Drill ist ein ungewohntes und zugleich spannendes Erlebnis und gehörte auch bei meiner ersten Höhlen-Tour vor über zehn Jahren im Hölloch zum Programm mit dazu.

Ich hatte das Gefühl, dass meine Augen weg sind, oder verpackt unter meterdicker Watte. In diesem schwarzen Nichts arbeiten die anderen Sinne schlagartig besser. In der Ferne hörte ich das Rauschen eines Höhlenbachs und ab und an tropfte es in meiner Nähe von der Höhlendecke. Die Luft fühlte sich kühl und feucht an. Das Gefühl für Raum und Zeit ging komplett verloren.

Es ist diese fremde, fast ein bisschen unwirtliche Welt, die mich schon immer fasziniert hat. Vielleicht sind Höhlenbefahrungen eines der letzten Abenteuer dieser Welt. Sie bieten Schönheit in Form von Tropfsteinen, die in hundert Jahren nur einen Zentimeter wachsen. Und sie bieten körperliche Grenzerfahrungen, wenn man sich robbend durch Nadelöhre zwängt oder wenn man sich hundert Meter an einem Seil abseilt, um später daran wieder aufzusteigen.

Und wer Glück hat, entdeckt hinter der nächsten Ecke vielleicht Neuland. Höhlen sind für mich ein reizvolles Extrem, in dem sich nicht jeder tummeln kann.