Basler Fussballfans in Luzern Fanmarsch trifft auf Pendlerstrom

Gewinnt der FCB am Freitag gegen den FCL, hat er den Meistertitel auf sicher. Um das zu feiern, wollen die Fans genügend Zeit für den Marsch ins Stadion. Ein Fanclub will den Extrazug der SBB boykottieren und mit dem regulären Zug nach Luzern fahren – mitten im Pendlerverkehr.

Eine Menschenmenge mit rot-blauen Trikots und Kapuzen.

Bildlegende: «Das Spiel gegen den FCB ist ein Hochrisikospiel», sagt Polizeisprecher Simon Kopp. Keystone

Die Basler stehen kurz vor dem 20. Meistertitel. Das entscheidende Spiel wollen sie in Luzern gebührend feiern und künden auf der Homepage des Fanclubs «Muttenzerkurve» einen Grossaufmarsch an.

Um dafür genügend Zeit zu haben, wolle man aber 90 Minuten vor dem Anpfiff in Luzern sein. Diese Forderung habe man bei der SBB deponiert, sie sei aber ignoriert worden. Deshalb wollen die Fans nun um 18.05 Uhr mit dem regulären Pendlerverkehr in Luzern ankommen.

«  Die SBB kann keine Vorschriften erlassen in welchem Zug ein Fan anreisen muss. »

Christian Ginsig
Sprecher SBB

Bei der SBB ist man darüber nicht erfreut. Schliesslich seien ihnen aber die Hände gebunden, sagt Sprecher Christian Ginsig: «Die einzige Möglichkeiten um die Fans auf die Extrazüge zu lenken, ist durch attraktive Preise. Die SBB kann keine Vorschriften erlassen in welchem Zug ein Fan anreisen muss.»

Den Forderungen der Fans nachgeben könne man nicht. Das habe einerseits mit dem stark ausgelasteten Zugnetz zu tun, andererseits mit den Forderungen der Luzerner Polizei.

«  Wir analysieren die Ankündigungen der Fans. Aber wir geben nicht preis wie wir aufgestellt sind und was wir planen. »

Simon Kopp
Sprecher Luzerner Polizei

Weshalb die Luzerner Polizei nichts von einer Verschiebung des Extrazuges hält, dazu will sich Sprecher Simon Kopp aus taktischen Gründen nicht äussern: «Das Spiel gegen den FCB ist ein Hochrisikospiel. Wir analysieren die Ankündigungen der Fans. Aber wir geben nicht preis wie wir aufgestellt sind und was wir planen.»

Wie ernst den Baslern ihre Ankündigung ist, ist nicht klar. Auf Seiten der Fans wollte sich dazu niemand äussern.