FC Kickers aus Leidenschaft

Fussball in Luzern wird häufig als erstes mit dem FC Luzern assoziiert. Dabei vergisst man oft, dass auch in anderen Vereinen gespielt und gearbeitet wird - meistens mit fast so viel Aufwand, aber viel weniger Geld. So auch Emanuel Willi. Er ist beim FC Kickers so engagiert wie kaum ein anderer.

Emanuel Willi im Stadion Tribschen.

Bildlegende: Emanuel Willi engagiert sich ehrenamtlich für den FC Kickers und ist jeden Tag auf dem Sportplatz Tribschen anzutreffen. SRF

Vor rund dreissig Jahren ist Emanuel Willi als 10-Jähriger dem FC Kickers beigetreten - und hat den Verein nicht mehr verlassen. Heute ist er aktueller Trainer der ersten Mannschaft, welche in der zweiten Liga Interregional spielt. Daneben trainiert er auch die F- und B-Junioren. Er ist zudem Juniorenobmann und Organisator von Turnieren und Trainingslagern.

Eine grosse Anzahl an Engagements, für die Emanuel Willi praktisch gratis arbeitet. Der 42-Jährige ist jeden Tag auf dem Sportplatz Tribschen. Sei dies für Trainings, Meisterschaftsspiele oder Administratives. Dies ist nur möglich, weil er Teilzeit arbeitet. «Als Sekundarlehrer gebe ich Aushilfen und arbeite nur zwischen 60 und 80 Prozent», sagte er.

Spieler werden abgeworben

Als Juniorenobmann muss Willi aber jeweils Ende Saison eine Hand voll Spieler ziehen lassen, die in einen grösseren Verein, wie beispielsweise den FCL, wechseln. «Mir ist einfach wichtig, dass dieser Wechsel nicht all zu früh geschieht und der Spieler zuerst in seinem Stammverein spielt», so Emanuel Willi.

Im Gegensatz zu anderen Luzerner Vereinen ist der FC Kickers finanziell nicht auf Rosen gebettet. Willi muss sich dauernd auf Sponsorensuche begeben. Auch ein Präsident wird momentan gesucht. Das, obwohl der Club eine über 100-jährige Tradition hat und auch für Kinder mit Migrationshintergrund ein wichtiges Sportangebot darstellt.

Trotz der geringen finanziellen Entschädigung - Emanuel Willi will künftig weiterhin im Verein tätig sein und als erstes mit der ersten Mannschaft den Abstieg in die zweite Liga verhindern.