Frauenkloster Sarnen bringt Mundart-Oper auf die Bühne

«Die Engelbergische Talhochzeit» ist ein selten gespieltes Werk des Luzerner Komponisten Leonti Meyer von Schauensee. Nun wird es erstmals in voller Länge gezeigt. Anlass dazu ist das Jubiläum «400 Jahre Frauenkloster» in Sarnen.

Ein Duo auf der Theaterbühne.

Bildlegende: «Die Engelbergische Talhochzeit» lebt von Mundartgesang und zahlreichen Requisiten. zvg

Seit 400 Jahren sind die Benediktinerinnen im Kloster St. Andreas in Sarnen daheim. 1615 mussten sie das Kloster Engelberg verlassen und gründeten im Obwaldner Hauptort eine neue Schwesterngemeinschaft.

Das Jubiläum wird das ganze Jahr durch gefeiert. Zu den Anlässen gehört auch die Aufführung der Mundartoper «Die Engelbergische Talhochzeit». Das Werk stammt vom Luzerner Komponisten Franz Joseph Leonti Meyer von Schauensee und datiert etwa aus dem Jahr 1780.

Im Werk geht es um die unglückliche Hochzeit eines Engelberger Bauernsohns. Er heiratet gegen den Willen seiner Eltern; zum gross ausgerichteten Fest erscheinen allerdings keine Gäste. Bald trennt er sich wieder von seiner Frau und begibt sich auf den christlichen Weg des Glaubens.

Noten in der Klosterbibliothek gefunden

Die vollständigen Noten dafür fanden sich in der Musikbibliothek des Frauenklosters Sarnen. Wie sie dahin gelangten, ist nicht geklärt, sagt Schwester Rut-Maria Buschor: «Wir haben keine Ahnung.» Jedenfalls sind alle drei Akte des Werks erhalten.

Die Oper wird nun zum ersten Mal in voller Länge gezeigt. Die Gesangsrollen werden von Profis übernommen, Johannes Strobl leitet das Barockorchester Capriccio. Mit dabei sind auch Laiendarstellerinnen und -darsteller der Theatergesellschaft Sarnen. Regie führt Adrian Hossli.

Premiere ist am Donnerstag in Sarnen; im Kollegitheater werden bis Samstag weitere Aufführungen über die Bühne gehen. Am Sonntag ist das Werk auch in Engelberg zu sehen.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr