«Früher tanzte alles nach der Geige der CVP»

Nach 24 Jahren im Luzerner Kantonsparlament ist für Walter Stucki (FDP) aus Emmen Schluss. In seiner Lieblingsbeiz «Galliker» erzählt er bei Geschnetzeltem mit Rösti von seinen Anfängen im Grossen Rat, als die CVP noch über die absolute Mehrheit verfügte. Und über seine Finanzpolitik - und anderes.

Walter Stucki in seiner Luzerner Lieblingsbeiz dem «Galliker».

Bildlegende: Walter Stucki in seiner Luzerner Lieblingsbeiz dem «Galliker». SRF

Walter Stucki aus Emmen wurde 1991 in den - damals noch Grossen Rat Luzern - gewählt. In einer Zeit also, da die CVP über die absolute Mehrheit im Parlament verfügte, die SVP noch nicht vertreten war, und die Kantonsräte mit «Klappsesseln statt Einzelstühlen» Vorlieb nehmen mussten, erzählt verschmitzt lächelnd Walter Stucki bei Geschnetzeltem mit Rösti und einem Glas Rotwein im «Galliker».

SVP brachte die Veränderung

Damals, so Walter Stucki, «musste der ganze Rat nach der Geige der CVP tanzen». Dies änderte sich 1995, als die SVP auf Anhieb mit elf Sitzen in den Kantonsrat einzog. Auch für seine Partei, die Liberalen. Dabei spart Walter Stucki nicht mit kritschen Worten an die Adresse der SVP: «Mit Polemik treten wir an Ort, und dann gibt es auch ein Wehgeschrei.»

Ein bürgerlicher Politiker ist Walter Stucki dennoch durch und durch. Schwerpunkt war für ihn die Finanzpolitik, und hier war für ihn der Abbau der Schulden zentral. Eine Amtsdauer lang war Stucki Präsident der einflussreichen Planungs- und Finanzkommission.

Kontakte über die Parteigrenzen

Bonvivant Stucki hat grosses Ansehen genossen über alle Fraktionsgrenzen hinweg. Sei es bei geselligen Anlässen - oder im Rat, im guten Kontakt zu jungen Ratsmitgliedern. Wichtig sei ihm, dass Politikerinnen und Politiker einen klaren Standpunkt hätten. «Dann weiss man, woran man ist, und kann ordentlich fighten.» Und nachher vielleicht zusammen ein Glas trinken.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr