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Für die Schuldentilgung Luzerner Geisterhäuser werden verkauft

Eine Luzerner Liegenschaft, die seit Jahren leer steht, wird jetzt verkauft. Entgegen dem Willen der verstorbenen Besitzer.

  • Die verwahrloste Liegenschaft an der Sternmattstrasse 68 kann verkauft werden, obwohl das verstorbene Besitzer-Ehepaar dies ausdrücklich verboten hat.
  • Nach dem Tod der beiden ging die Liegenschaft in den Besitz einer Stiftung über, deren Zweck es war, die Liegenschaft vor dem Verkauf und der Vermietung zu schützen. Es sollte leer bleiben.
  • Weil die Stiftung verschuldet ist, konnte der Stiftungsrat deren Zweck im Februar abändern. Jetzt darf er die Liegenschaft verkaufen.
Ein älteres weisses Haus mit einem Balkon von hohen Bäumen umgeben.
Legende: Die beiden Häuser auf dem Grundstück sind völlig verwahrlost, der Garten zugewuchert. zvg

Deshalb stehen die Häuser seit sechs Jahren leer

Es war ein kurzes Intermezzo im Juni 2016, als eine Gruppe mit dem Namen «Stella Matta» die Liegenschaft an der Sternmattstrasse 68 besetzte, nach vier Jahren absoluter Ruhe ertönten wieder Menschenstimmen in den beiden Häusern. Zehn Tage dauerte die Hausbesetzung, danach war es wieder still an der Sternmattstrasse 68.

Genau so, wie es das verstorbene Ehepaar wollte, welches bis zum Tod in den beiden Häusern lebte. Per Testament schrieben sie vor, dass die Liegenschaft weder verkauft, noch vermietet, noch verändert werden darf. Nach dem Tod der beiden ging die Liegenschaft in den Besitz einer Stiftung über, die gleichzeitig auch dafür verantwortlich war, dass der Wille des Ehepaars durchgesetzt wird.

Weshalb die Liegenschaft trotzdem verkauft wird

Doch auch leerstehende Häuser verursachen Kosten, die Stiftung musste nämlich weiterhin Hypotheken abzahlen und Steuern entrichten. Der Zweck der Stiftung sei deshalb zum Scheitern verurteilt gewesen, sagt Stiftungsrat Thomas Ineichen. «Wir schrieben nur rote Zahlen.»

Deshalb hat der Stiftungsrat bei den Behörden beantragt, den Zweck der Stiftung zu ändern. Im Februar hat er dies dann auch getan. Jetzt darf die Liegenschaft verkauft werden. «Wir haben sie rund 30 Investoren, Architekten und Genossenschaften zum Verkauf angeboten. Der Höchstbietende kriegt den Zuschlag», so Ineichen.

Was Jurassier Pferde damit zu tun haben

Der Stiftungrat erwartet, dass er die Liegenschaft bis im Herbst 2018 verkauft hat. Mit dem Erlös will er in erster Linie Schulden abzahlen und die Hypotheken auflösen. Das übrige Geld kommt dem Pferdeheim Le Roselet im Jura zugute. Die Unterstützung dieses Pferdeheims ist auch Zweck der Stiftung, so wollten es die Verstorbenen.

Die Stiftung bleibt auch nach dem Verkauf bestehen. Ihr gehören noch zwei weitere Grundstücke: ein weiteres an der Sternmattstrasse in Luzern und eines in Deutschland, in der Nähe von Stuttgart.

Jenes an der Sternmattstrasse wird vermietet und dasjenige in Deutschland ist für die landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen. Was damit geschieht, entscheidet der Stiftungsrat nach dem Verkauf der Liegenschaft an der Sternmattstrasse 68.

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