Fundgegenstände bringen Licht ins frühe Mittelalter

In Baar wurden vor 13 Jahren zahlreiche Gräber aus dem frühen Mittelalter entdeckt. Mehr als 5000 Fundstücke wurden gefunden. Sie beleuchten ein Zeitalter, über das man bis jetzt nur wenig weiss. Jetzt sind die Grabfunde in der Sonderausstellung «geschmückt und bewaffnet» zu sehen.

Fundgegenstände.

Bildlegende: Im Bild sieht man ein Kurzschwert, ein sog. Sax, welches bei allen Männern mit ins Grab gegeben wurde. ZVG

Über das frühe Mittelalter ist nur sehr wenig bekannt. Literarische Überlieferungen oder Gegenstände aus diesem Zeitalter sind europaweit sehr rar. Darum weiss man auch nur wenig über die Menschen und ihre Lebensweise der damaligen Zeit. Etwas Licht ins Dunkel brachten die im Jahr 2000 im zugerischen Baar gemachten Grabfunde. 200 Gräber wurden entdeckt. Gut zehn Jahre lang untersuchte die Kantonsarchäologie Zug die Fundgegenstände. In den Gräbern wurden neben Knochen vor allem Waffen und Schmuckstücke gefunden. Jetzt sind die Grabbeigaben in einer Sonderausstellung im Museum für Urgeschichte zu sehen.

«Alte Skelette sind dabei nicht Teil der Ausstellung. Uns interessieren viel mehr die  Menschen und ihre Geschichten», sagt Ursula Steinhauser, Projektleiterin der Ausstellung «geschmückt & bewaffnet». Die Ausstellung bietet denn auch viele interaktive Elemente. So sind beispielsweise auf Touchscreen-Bildschirmen mittelalterliche Menschen in Echtgrösse zu sehen. Bei diesen digitalen Menschen kann man auf die Gegenstände, welche sie tragen, drücken und erfährt so, wie die Objekte damals im Alltag eingesetzt wurden.

Die Sonderausstellung «geschmückt & bewaffnet» ist bis am 8. September im Museum für Urgeschichte in Zug zu sehen.

Projektleiterin Ursula Steinhauser und Museumsleiter Ulrich Eberli mit nachgebauten Fundgegenständen.

Bildlegende: Projektleiterin Ursula Steinhauser und Museumsleiter Ulrich Eberli mit nachgebauten Fundgegenständen. ZVG