Dank neuer Stiftung Fundgrube für jüngste Zeitgeschichte soll erhalten bleiben

In den 1980er-Jahren gründete Daniel Brunner «Doku-Zug». Rund 4600 Dossiers findet man in diesem Dokumentationszentrum mit ausgewählten Themen – von der Politik bis zum Sozialwesen. Dem Mäzen fehlt aber langsam das Geld. Darum setzt sich nun ein Komitee für den Erhalt von Doku-Zug ein.

Doku-Zug, das sind Themendossiers, basierend auf rund drei Millionen Dokumenten, bestehend aus Printmedien wie Presseartikeln, Amtsschriften, Studien, Flugblättern und Plakaten. Künftig sollen auch elektronische Medien hinzukommen.

Das Zentrum gilt als Anlaufstelle für Recherchen von Medienschaffenden und interessierten Privatpersonen. Es beschäftigt zwölf Personen. Diese führen aber auch Auftragsrecherchen durch und veranstalten Workshops.

«  Ich bin nicht verarmt. »

Daniel Brunner
Gründer und Geldgeber von Doku-Zug

Für seinen Fortbestand benötigt Doku-Zug jährlich 1,3 Millionen Franken. Bisher finanzierte der Gründer und Landys&Gyr-Erbe Daniel Brunner den Betrieb. Für die nachhaltige Sicherung und Weiterentwicklung brauche es jetzt aber eine finanzielle Unterstützung. «Ich bin nicht verarmt. Aber ich kann das Zentrum nicht mehr über mehrere Jahre finanzieren», sagt Brunner dazu.

Auch die öffentliche Hand soll zahlen

Ein breit abgestütztes Patronatskomitee setzt sich dafür ein, die Institution organisatorisch und finanziell neu auszurichten. Das Komitee bündelt die Unterstützung von Privaten und öffentlicher Hand im Rahmen einer Public Private Partnership (PPP), der Stiftung Doku-Zug. Diese soll Ende 2017 gegründet werden.

Konkret soll der Betrieb je zur Hälfte durch Private und durch die öffentliche Hand finanziert werden. Daniel Brunner trägt weiterhin mehr als ein Fünftel zur Finanzierung von Doku-Zug bei: Er übernimmt während der nächsten Jahre mindestens 200'000 Franken der Betriebskosten und stellt die vom Dokumentationszentrum benutzten Räume unentgeltlich zur Verfügung.

Eine der grossen Herausforderungen des Zentrums ist die Digitalisierung. «Die Ansprüche unserer Kundschaft sind in den letzten Jahren gestiegen. Heute will man in unserer Internet-Datenbank nicht nur sehen, welche Dokumente man hier finden würde. Man möchte auch gleich Einblick haben», sagt Sara Marty, Geschäftsführerin von Doku-Zug.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Eine breit abgestützte Stiftung soll «doku-zug» in die Zukunft führen

    «doku-zug» – vom linken Archiv zur breit abgestützten Stiftung

    Aus Rendez-vous vom 13.3.2017

    Der Zuger Daniel Brunner politisierte als «roter Dani» jahrelang am linken Rand. Als Millionenerbe der Landis&Gyr-Industriellen gehört er gleichzeitig zu den Reichen der Stadt.

    Sein Geld steckte er unter anderem in «doku-zug»: Seit rund 30 Jahren sammeln und ordnen er und sieben Angestellte Medienberichte zu regionalen, nationalen und internationalen Themen. Inzwischen hat sich «doku-zug» auch bei den Bürgerlichen etabliert.

    Beat Vogt