Gegenvorschlag zur Mundart-Initiative im Kanton Zug

Das Zuger Stimmvolk hat beim Thema Mundart in der Volksschule nun doch mehr Auswahl als anfänglich erwartet: Der Kantonsrat hat am Donnerstag einen Gegenvorschlag genehmigt, der die SVP-Mundartinitiative aushebeln soll. Abgestimmt wird am 25. September.

Kindergartenstühle

Bildlegende: Nur im Kindergarten soll Mundart obligatorisch sein. So sieht es der Kompromiss vor. Keystone

Der Gegenvorschlag wurde in den vergangenen Wochen von Grünen, CVP, SP und GLP entworfen und sieht einen Kompromiss vor. Im Kindergarten soll grundsätzlich Mundart gesprochen werden. In der Primar- und Sekundarschule soll dann aber auf Hochdeutsch gewechselt werden. Das Parlament unterstützte diesen Gegenvorschlag mit 50 zu 17 Stimmen.

Mundart fördere Integration

Die SVP zieht ihre Mundart-Initiative nicht zurück, das Volk soll entscheiden können. Die SVP-Initiative «Ja zur Mundart» verlangt, dass nicht nur im Kindergarten ausschliesslich Schweizerdeutsch gesprochen wird. Auch in der Primar- und Sekundarschule soll Mundart in einzelnen Fächern Pflicht sein, so etwa im Sport, in der Musik und im Werken. Nach Ansicht der SVP fördere Mundart die Integration und müsse deshalb auch im Interesse der Ausländer gestärkt werden. Zudem sei Schweizerdeutsch Teil der hiesigen Kultur und Identität.