Gotthard-Bergstrecke bleibt am Fernnetz angehängt - vorderhand

Ab 2016 fahren die Züge durch den neuen Gotthard-Basistunnel. Die alte Bergstrecke droht damit an Bedeutung zu verlieren. Die SBB will mit einer stündlichen Verbindung die Anbindung an das Fernnetz sichern. Im Kanton Uri ist man mit dem Angebot zufrieden, abgesehen von einem Schönheitsfehler.

Ein Zug fährt in den Bahnhof Göschenen ein.

Bildlegende: Die Gotthard-Bergstrecke soll für SBB-Passagiere weiterhin attraktiv bleiben. SRF

Die SBB informierte am Freitag, wie sie nach der Eröffnung des Gotthard Basistunnels die historische Bergstrecke betreiben will. Geplant ist eine stündliche Fernverkehrsverbindung, auf lange Frist garantiert sei diese aber nur, wenn sie von genügend Passagieren genutzt wird. «Unsere Rechnungen ergeben, dass es rund 600 Personen pro Tag sind, wir müssen uns deshalb anstrengen, dass es mehr werden», sagte Anna Barbara Remund, Leiterin SBB-Regionalverkehr.

Angebot für Pendler und Touristen

Das Konzept für die Bergstrecke soll eingebunden werden in die Bahnangebote des Tessins und der Deutschschweiz. Ziel sei, ein Angebot für Pendler, Ausflügler und Erlebnissuchende zu schaffen.

Der Urner Regierungsrat Urban Camenzind ist froh, dass eine Fernverkehrsverbindung erhalten bleibt. Für ihn hat die Bergstrecke eine zentrale Funktion für den Lebens- und Wirtschaftsraum Gotthard. Eine Abkopplung dieser strukturschwachen Region müsse verhindert werden, sagte Camenzind am Freitag.

Deshalb möchte er mit der SBB - nicht zuletzt mit Blick auf das Tourismusresort in Andermatt - über den geplanten Halt mit Zugswechsel in Erstfeld nachverhandeln. Bei der SBB sieht man da allerdings wenig Spielraum für eine direktere Anbindung von Andermatt.