Weltcup-Final der Ruderer Heimvorteil des Europameisters

Der Luzerner Michael Schmid wird an der «Lucerne Regatta» Zweiter im Einer der Leichtgewichte. Ein Porträt.

Am Samstagmittag, zwischen Halbfinal und Final, fuhr Michael Schmid nach Hause zu den Eltern in der Stadt Luzern, liess sich von der Mutter etwas Leichtes kochen und ruhte sich anschliessend im kühlsten Zimmer aus.

Heimkehr als Europameister

Heimvorteil heisst aber auch, dass Michael Schmid auf dem Rotsee jeden Meter der Strecke kennt. «Keiner der Teilnehmer hat wohl mehr Kilometer auf dem Rotsee gerudert als ich», erklärt der 29-jährige Stadtluzerner nicht ohne Stolz.

Weil aber der Kaderstützpunkt am Sarnersee liegt, trainiert er inzwischen kaum noch auf dem Luzerner Göttersee. Umso schöner sei es, einmal pro Jahr zum Weltcup-Final nach Hause zu kommen. Diesmal gar als amtierender Europameister. «Der Respekt der Gegner war spürbar und die Unterstützung der Zuschauer cool.»

Mit seinem zweiten Rang hinter dem Polen Artur Mikolajczewski zeigte sich der 29-jährige Luzerner zufrieden, zumal er sich seit über einem Monat mit Rippenproblemen herumschlägt. Auch an der WM Ende September in Sarasota (Florida/USA) wird er zum Favoritenkreis gehörten. «Ich bin hochmotiviert, in ein paar Tagen in die lange WM-Vorbereitung einzusteigen.»

Masterarbeit und Teilzeitpensum

Parallel zur WM-Vorbereitung will er seine Masterarbeit in Psychologie zum Thema Leistungsmotivation fertigstellen. Dafür hat Schmid ein Instrument für Trainer entworfen, mit dem sie bei der Kaderselektion neben den körperlichen Voraussetzungen und em Talent auch die Leistungsmotivation von Nachwuchssportlern berücksichtigen können.

Zudem arbeitet Michael Schmid seit dem 1. Juli im Personalbereich von Schindler in Ebikon. «Das tut mir gut», sagt Michael Schmid. «Rudern ist kein Thema, wenn ich ins Büro komme.» Seine Arbeitszeit kann er sich flexibel einteilen. Der WM-Vorbereitung steht somit nichts mehr im Wege.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr