Heroin-Ring im Kanton Zug zerschlagen

Die Drogen hätten einen Wert von rund 10 Millionen Franken, wie die Zuger Strafverfolgungsbehörden informierten. Bei insgesamt 20 Hausdurchsuchungen wurden ausserdem Geld, Waffen, Munition und ein Dutzend Autos beschlagnahmt. Es handelt sich um das grösste Betäubungsmittelverfahren des Kantons.

Video «Spektakulärer Drogenfang» abspielen

Spektakulärer Drogenfang

1:53 min, aus Schweiz aktuell vom 25.11.2014

Die Aktion ist damit das grösste Drogenverfahren, das jemals im Kanton durchgeführt wurde. Die Verhafteten sind national und international miteinander vernetzt.

Der qualitativ hochwertige Stoff hätte auf gut 330 Kilogramm gestreckt werden können, sagte der Zuger Kriminalpolizei-Chef Thomas Armbruster. Die hauptsächlich im Kanton Zug operierenden Männer schmuggelten das Heroin direkt von der Türkei in die Schweiz und handelten hier damit. Mehrheitlich haben sie ihren Lebensmittelpunkt im Kanton, einige betreiben Kleingewerbe, die meisten sind jedoch arbeitslos oder beziehen Sozialhilfe oder Invalidenrenten.

«Schlüsselpersonen» mit bis zu zehn Jahren Haft

Die türkischen Behörden wurden per internationaler Rechtshilfe ersucht, zwei Liegenschaften in der Türkei zu beschlagnahmen. Die Aktion ist das grösste Betäubungsmittelverfahren, das jemals im Kanton Zug durchgeführt wurde.

Es wurden nicht nur «kleine Fische» festgenommen. Mit der Verhaftung von Hauptakteuren und deren Gehilfen sei der regionale Drogenhandel «nachhaltig geschwächt» worden. Die festgenommenen «Schlüsselpersonen» der kriminellen Organisation müssen laut Oberstaatsanwalt Christoph Winkler mit Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren rechnen.

Erste Hinweise von Hamburger Polizei

Den ersten Hinweis auf den Zuger Heroin-Ring habe man 2012 von der deutschen Polizei in Hamburg erhalten, erklärte Armbruster. Die Kuriere seien jeweils zur Ferienzeit mit dem Auto in die Türkei gereist. Dort bauten sie die vermutlich aus Afghanistan stammenden Drogen ins Auto ein und fuhren via Griechenland und Italien zurück. Oft hätten sie zur Tarnung Frau und Kinder mitgenommen – die nichts vom Schmuggel wussten.

Sechs Beschuldigte sind derzeit in Untersuchungshaft. Vier Männer befinden sich im vorzeitigen Strafvollzug. Drei Personen wurden inzwischen aus der Haft entlassen, ihre Urteile stehen noch aus. Ein Mann erhielt bereits eine Freiheitsstrafe, ein Verfahren wurde eingestellt. Die Ermittlungen dauern noch an. Im Laufe des Winters seien weitere Anklagen zu erwarten, erklärte Winkler.