«Hier Wirtschaft zu studieren, wird sehr persönlich werden»

Am Dienstag wird die neue Wirtschaftsfakultät der Universität Luzern feierlich eröffnet. Deren Dekan Christoph Schaltegger sieht viele Vorzüge in der Überschaubarkeit der Luzerner Uni. Dass Private und Firmen den Start der neuen Fakultät bezahlen, ist in Schalteggers Augen unproblematisch.

Knapp 100 Männer und Frauen haben sich bisher neu für ein Studium an der Wirtschaftsfakultät der Universität eingeschrieben. Diese bietet vorerst ein Bachelor-Studium in Wirtschaft an.

Leiter der neuen Wirtschaftsfaktultät ist der 44-jährige Christoph Schaltegger. Im Gespräch mit Radio SRF betont er die Vorteile, welche Luzern mit der neuen Studienrichtung bieten könne: «Aufgrund der Grösse sind wir eine überschaubare und persönliche Universität. Hier Wirtschaft zu studieren, wird sehr persönlich sein.»

Professor Schaltegger glaubt nicht, dass den Studierenden in Luzern die Kontakte zur Wirtschaft fehlen werden. «Wir haben Partneruniversitäten auf der ganzen Welt. Unsere Studierenden werden aufgefordert, auch mal ein Auslandsemester zu machen, um dort Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln. Sei es beispielsweise in Skandinavien oder in Südamerika.»

Unabhängigkeit ist gewährleistet

Bis Ende Juli hat die Universität 4,1 Millionen Franken von Stiftungen, Firmen und Privaten gesammelt, um den Start der neuen Wirtschaftsfakultät zu ermöglichen. Trotz der grossen finanziellen Unterstützung durch Dritte werde die Uni Luzern und deren Wirtschaftsstudium unabhängig bleiben, sagt Dekan Christoph Schaltegger. «Wir sind zwar froh um das Vertrauen unserer Sponsoren und Gönner. Gleichzeitig können wir nicht auf einzelne eingehen, weil sich sonst ein anderer benachteiligt fühlen würde.»

Damit die Wirtschaftsfaktultät der Universität Luzern selbsttragend ist, braucht der Lehrgang rund 600 Studierende. Bis in etwa vier Jahren will die Universität dieses Ziel erreichen.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr

Einige Stationen im Lebenslauf

Professor Christoph Schaltegger lehrt auch an der Universität St. Gallen zum Thema öffentliche Finanzen. Bis 2008 arbeitete er als Referent von Bundesrat Hans-Rudolf Merz im Eidgenössischen Finanzdepartement. Sein Studium schloss er mit einem Lizentiat in Wirtschaftswissenschaften an der Universität Basel ab. Dort erwarb er 2003 sein Doktorat.