«Hirschpark» in Luzern wird dauerhaft als Asylzentrum genutzt

Der Kanton und die Stadt Luzern haben sich darauf geeinigt, das ehemalige Pflegeheim Hirschpark nicht nur bis 2017, sondern dauerhaft als Asylzentrum zu nutzen. Der Betrieb der Notunterkunft in der Zivilschutzanlage Eichhof wird bis Ende April verlängert.

Drei Männer sitzen am Tisch und essen.

Bildlegende: Das Platzangebot im ehemaligen Pflegeheim soll für 180 Asylsuchende ausgebaut werden. SRF

In der Liegenschaft Hirschpark beim Kantonsspital wird die Kapazität von 100 auf 180 Sollplätze ausgebaut, wie es in einer Mitteilung heisst. Seit mehreren Monaten sind angesichts der Flüchtlingskrise in der Anlage bis zu 200 Personen untergebracht. «180 Plätze sind aber auch aus Sicherheitsgründen die richtige Grösse», sagt der zuständige Regierungsrat Guido Graf.

Liegenschaft gehört dem Kanton

Das Asylzentrum Hirschpark wurde im Mai 2014 als temporäre Lösung für drei Jahre eröffnet. Die Erfahrungen aus dem Betrieb der vergangenen anderthalb Jahre seien gut. Durch eine unbefristete Nutzung der kantonseigenen Liegenschaft würden die Kosten im Asyl- und Flüchtlingsbereich optimiert.

Ursprünglich war das Gebäude längerfristig für die Luzerner Psychiatrie vorgesehen. Diese orientiere sich aber zur Zeit räumlich neu, heisst es in der Mitteilung. Unter anderem würden bestehende Standorte ausgebaut, so Graf.

Verzicht auf Eichwald - Verlängerung im Eichhof

Im Gegenzug verzichtet der Kanton Luzern definitiv auf das geplante Asylzentrum Eichwald bei der Luzerner Allmend. Grund dafür seien die Finanzen, sagt Regierungsrat Guido Graf: «Die Kosten von knapp 6 Millionen Franken für die Containersiedlung sind einfach zu hoch.» Die Regierung hatte die Planung deshalb bereits sistiert.

Aufgrund der weiterhin angespannten Unterbringungssituation verlängert die Stadt Luzern auch die Nutzung der Zivilschutzanlage Areal Eichhof um drei Monate bis Ende April 2016. Der sanierungsbedürftigen Lüftungs- und Elektroanlagen liessen aber danach keinen weiteren Dauerbetrieb mehr zu.

Die Stadt muss deshalb an einem andern Ort 60 bis 70 Plätze suchen. Eine oberirdische Lösung sei aber schwierig zu finden, sagt der zuständige Stadtrat Martin Merki: «Im Vordergrund steht darum wohl wieder eine Zivilschutzanlage.» Eine neue Arbeitsgruppe sei mit der Suche nach neuen Plätzen beauftragt worden.