Umstrittenes Projekt Hochwasserschutz-Projekt Reuss wird überarbeitet

Die Luzerner Regierung überarbeitet das umstrittene Hochwasserschutz-Projekt an der Reuss. Nach einer Analyse durch externe Experten will sie die Dammhöhen und Schutzziele überprüfen. Am vorgesehenen Verlust von Kulturland hält sie aber fest.

Ufer eines Flusses mit Bäumen, Wiese und Wanderweg.

Bildlegende: Das Reussufer (hier bei Honau) soll besser vor Hochwasser geschützt und renaturiert werden. SRF

Das Luzerner Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement werde den technischen Bericht zum Projekt überarbeiten, die Pläne anpassen und das Projekt neu auflegen, teilte die Staatskanzlei mit. Im Grossen und Ganzen hielt das Projekt, das 176 Millionen Franken kosten soll, der Überprüfung durch externe Experten stand.

Kein Spielraum für Verkleinerung

Die Experten stützten insbesondere die vorgesehene Breite des Gewässerraumes. Dieser soll ausgeweitet werden. Die Überprüfung verdeutliche, dass der geplante Gewässerraum die bundesrechtlichen Anforderungen nur knapp erfülle. Für eine Verkleinerung, wie sie im Parlament gefordert werde, gebe es keinen Spielraum.

Projektanpassungen brauchen Zeit

Die Experten hätten aber Anpassungsvorschläge beim technischen Bericht des Projekts gemacht, heisst es in der Mitteilung. So sollen die Eintretenswahrscheinlichkeit verschiedener Hochwasser kontrolliert, die Schutzziele überprüft, das Schutzkonzept klarer formuliert und die davon abgeleiteten Massnahmen falls nötig angepasst werden. Insbesondere sollen auch der Aufbau der geplanten Hochwasserschutzdämme überarbeitet werden.

Der Regierungsrat geht davon aus, dass die Überarbeitung des technischen Berichts und die Anpassung der Projektpläne mindestens ein halbes Jahr dauern werden.

Kritik an Landverschleiss

Das Hochwasserschutzprojekt und die Renaturierung der Reuss erstrecken sich über eine Länge von 13 Kilometer, von der Einmündung der Kleinen Emme in Emmenbrücke bis zu den Kantonsgrenzen zu Zug und Aargau in Honau.

Bei der Realisierung des Projekts würden rund 120 Hektaren Landwirtschaftsland und Wald beansprucht. Es wird deshalb vor allem von Bauern kritisiert. Die Pläne seien überdimensioniert und finanzpolitisch überrissen. Die Regierung will aber am vorgesehen Verlust von Kulturland festhalten.

Das Projekt soll 176 Millionen Franken kosten, 80 Prozent soll der Bund übernehmen.