Hüttenbesitzer am Pilatus sind verärgert und eingeschüchtert

Am Dienstag kündigte die Luzerner Gemeinde Kriens an: Sie verlange nachträglich Baugesuche für rund 150 Hütten und Ferienhäuser, die am Fuss des Pilatus illegal gebaut oder erweitert wurden. Einzelne müssen wohl abgerissen werden. Das kommt nicht gut an.

Ferienhütte am Fuss des Pilatus

Bildlegende: Eine der 222 Bauten, welche die Gemeinde Kriens in den letzten zwei Jahren kontrolliert hat. SRF

Kriens hat 1977 letztmals alle Gebäude am Fuss des Pilatus systematisch erfasst. Bis 1993 wurde das Verzeichnis punktuell nachgetragen und erst in den letzten zwei Jahren wieder systematisch überprüft - nach einem Rechtsstreit, der bis vor Bundesgericht ging.

«Dass der Krienser Gemeinderat erst jetzt gewisse Baugesuche einfordert, macht mich misstrauisch», sagt Walter Burri. Er lebt das ganze Jahr über in der Nähe der Station Krienseregg und ist nach seinen Angaben nicht von den Forderungen betroffen. «Vor Jahren sagte mir der Kaminfeger, er müsse über 200 Kamine reinigen. Also besteht bei diesen Gebäuden ja wohl eine Brandversicherung und sicher auch eine Baubewilligung», sagt Burri weiter. Er glaubt deshalb nicht, dass allzuviele Gebäude abgerissen werden müssen, weil die Bewilligung fehlt. Wenn doch, müssten die verantwortlichen Politiker zur Rechenschaft gezogen werden. «Diese hätten in all den Jahren besser kontrollieren müssen.»

Die Gemeinde Kriens hat Fehler eingestanden: So sei wohl zu lange zu sehr auf das Vertrauen gebaut worden. Man habe wohl damit gerechnet, dass sich zum Beispiel Nachbarn schon melden würden, wenn illegal gebaut werde, sagte Matthias Senn, Vorsteher des Baudepartements, im Regionaljournal Zentralschweiz.