«Ich galt als rot, grün und violett»

Die Zugerin Susanna Fassbind ist eine unkonventionelle Frau. Die bald 70-jährige engagiert sich seit Jahrzehnten für Umweltthemen. Dies führte auch zum Bruch mit ihrer Partei, der FDP. Heute beschäftigt sie sich vor allem mit Fragen der Alterspolitik.

Susanna Fassbind in ihrem Büro.

Bildlegende: Die Zugerin Susanna Fassbind macht sich für neue Lebensformen im Alter stark. SRF

Ihr Leben lang hat sich Susanna Fassbind aus Zug mit Umwelt-und Energiethemen befasst. Sie ist überzeugt, dass die Menschen dafür begeistert werden müssen. Von moralischen Belehrungen und Mahnfingern hält sie nichts.

«Veränderung muss Spass machen, sonst ist sie nicht nachhaltig», ist die bald 70-jährige sicher. Ausserdem müsse man in der Umweltpolitik in kleinen Schritten denken. Susanna Fassbind war massgeblich daran beteiligt, dass 1990 im Kanton Zug flächendecken die Sackgebühr eingeführt wurde.

«Ich galt als Paradiesvogel in der FDP»

Susanna Fassbind stammt aus einem Elternhaus, welches FDP-orientiert war. Prägend aber sei ihr Studium der Geschichte gewesen. Dieses hätte sie für «urliberale Ansichten» sensibilisiert.

In der Zuger FDP galt Susanna Fassbind aber als «Paradiesvogel. Ich war rot, grün und violett». Zu sozial, zu grün und zu emanzipatorisch. Dies führte schlussendlich zum Bruch mit der Partei.

Heute setzt Susanna Fassbind auf Sachpolitik und den «gesunden Menschenverstand». Aktuell berät sie eine Luzerner Gemeinde beim Neubau des Alters-und Pflegeheims und wie die zukünftigen Wohnformen aussehen könnten.