«Ich hätte die Internet-Sperrung näher begleiten müssen»

Die übermässige private Internet-Nutzung der Luzerner Kantonsangestellten gibt weiter zu reden. Der zuständige Regierungsrat Marcel Schwerzmann rechtfertigt sein Vorgehen - gibt sich aber auch selbstkritisch: «Ich hätte die Sperrung unerwünschter Seiten wohl näher begleiten müssen.»

Seit die übermässige private Nutzung des Internets durch die Luzerner Kantonsangestellten publik wurde, reissen die Diskussionen nicht ab. Lese man den Bericht genau, finde man wenig Brisantes, sagt Finanzdirektor Marcel Schwerzmann im Interview mit Radio SRF: «Die meisten hohen Klickzahlen sind erklärbar.»

Porno-Seiten hätten zwar nichts mit der Verwaltung zu tun, räumt er ein: «Aber auch das ist nicht ganz richtig, weil die Polizei dort recherchieren muss.» Er habe 2010, nach Vorliegen des internen Berichts dazu, schnell Massnahmen ergriffen, sagt Schwerzmann: «Ich habe die technische Sperrung unerwünschter Seiten in Auftrag gegeben.»

Diese Sperre ist erst seit 2014 definitiv in Betrieb; technische Schwierigkeiten hätten die Sache verzögert. Seine Regierungskollegen habe er nicht informiert, weil es sich um ein Geschäft auf Departementsstufe handelte. Es habe auch keinen Grund gegeben, die Aufsichts- und Kontrollkommission des Kantonsrats zu informieren.

Leise Selbstkritik

Marcel Schwerzmann übt aber auch leise Selbstkritik. Bedingt durch Personalwechsel in der Abteilung Informatik habe er den Fortschritt des Projekts zum Sperren unerwünschter Seiten nicht eng genug begleitet: «Ich hätte wohl kontrollieren müssen, ob das Projekt im richtigen Tempo Fortschritte macht; das würde ich heute anders machen.»

Die Internet-Nutzung in der Verwaltung und der Bericht dazu ist auch Thema in der Session des Kantonsrates von nächster Woche. Gleich drei dringliche Vorstösse sind eingereicht worden.

(Regionaljournal Zentralschweiz, 17.30 Uhr)